Mittwoch, 24. April 2013

Kleine Picassos

Letzte Woche hatte meine Mutter Geburtstag, da sie in Deutschland lebt und wir in Sevilla, haben wir mit den Kinder überlegt, was wir machen. Die Kinder haben sich entschieden ein Bild zu malen. 
 
Hier die Bilder unserer kleinen Picassos:
 
Antonio wollte einen Kuchen malen, doch wollte, dass Mama eine Vorlage malt, siehe rechts, links ist seine Kopie. Gar nicht mal so schlecht, wenn man bedenkt, dass ihm noch schwer fällt länger konzentriert zu sitzen. Der entscheidene Punkt hierbei ist, dass die Idee von ihm kam und er die innere Motivation hatte das Bild fertig zu stellen. Abgesehen davon, dass er ein Motiv hatte, nämlich ein Bild für die Abuela* zu malen. 
 
 
Amtonios Bild


Bildvorlage der Mutter

 
 





Alex Bild
 
Im "Proyecto Roma" starten wir stest von der Basis, die Eigenmotivation und das Interesse des Kínder zu nutzen, um einen Lernprozess in Gang zu setzten, Jede Situation zählt, so unbedeutend sie auch erscheinen mag.  Wir verfolgen u.a. das Ziel den Kindern, beizubringen, dass jede Aktion einen logischen Denkprozess hat.
 
Das Wichtige an den Bildern, sind nicht nur die Bilder selbst, sondern, was vorher geschehen ist. Wir haben miteinander gesprochen und geplant was wir machen wollen, hier befinden wir uns in der DENKPHASE. In dieser DENKPHASE nutzen wir, um unsere Gedanken, Gefühle, Ideen  auszudrücken, über die Situation zu sprechen und schliesslich die Aktion zu planen.
 
Wir starten von der Situation, dass meine Mutter Geburtstag hat. Wir sitzen zusammen und sprechen gemeinsam über Geburtstage (Erinnerung). Was wissen wir über Geburtstage? Welcher Geburtstag war der letzte an dem wir teilgenommen haben? War es ein Kindergeburtstag? von einem Familienmitglied? etc. Welche Geschenke gab es? Diese Fragen sind offene Fragen, wir Eltern leiten das Gespräch, forcieren aber nicht. Es ist eher in natürlicher Gesprächsablauf.
 
Bis wir nun dazu kommen über die Abuela zu sprechen. Was wollen wir schenken? Wo ist Abuela? etc.. Bis wir zum Entschluss kommen ein Bild zu malen.
Was wollen wir malen?  Was benötigen wir zum Malen? Welche Materialen benötigen wir?
Ein entscheidener Punkt in diese DENKPHASE sind die Situationen  "und wenn?" und wenn wir keine Farbe haben? das Unvorhersehbare. Wenn wir den Ausdruck nutzen wollen, trainieren wir auf unvorhersehbres reagieren zu können.
 
Wenn wir nun soweit sind legen wir los und setzten das Geplante um.
 
Es hört sich alles schwieriger und komplizierter an als es wirklich ist, aller Anfang ist schwer, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und die Resultate sind spürbar.
  
 
*Abuela (Oma)


Dienstag, 16. April 2013

Bergfidel eine Schule für alle - Inklusion ist fäng im Kopf an.

Seit dem 23. März zu haben - die DVD von "Bergfidel - Eine Schule für alle!"


Erhältlich im Handel oder unter bestellung@wfilm.com

www.bergfidel.wfilm.de

Ich habe bisher nur den Trailer gesehen und der Film verspricht.

In diesem Link findet ihr weiter Information zur INKLUSION an Schulen: 

Infomaterialien für LehrerInnen und MultiplikatorInnen erhalten wir hier:
http://www.download.wfilm.de/downloads/wege%20zur%20inklusion_bergfidel.pdf

Montag, 15. April 2013

Alle Menschen haben das „Down-Syndrom“, die Welt einmal "anders herum"

Daniel ist anders. Ihm fehlt etwas. Er hat nur 46 Chromosomen, wo eigentlich 47 sein sollten.

Was ist es für ein Gefühl „anders“ zu sein? Menschen mit „Down-Syndrom“ fallen aufgrund ihrer typischen äußerlichen Merkmale sofort auf.
"46/47" wagt den Versuch, die Welt einmal „anders herum“ zu erzählen. Alle Menschen haben das „Down-Syndrom“, diejenigen die nur 46 Chromosomen haben, gelten als behindert. So auch Daniel.




Danke an Nadine und Marc für die Initiative diesen Kurzfilm zu drehen, allein durch die Initiative selbst ist der Film extrem wertvoll, um der Inklusion einen kleinen Tritt nach vorne zu geben. 

Sonntag, 7. April 2013

Antonio und Alexander fahren Fahrrad


Zeit, Geduld und Übung aber ganz wichtig unser Verhalten, haben es möglich gemacht. Unser Verhalten, dass wir an sie glauben, sie es schaffen und nicht bei dem ersten "Unfall" gleich aufgeben.

Das Vertrauen, das wir unseren Kinder zusagen, ist wie magisches Zauberpulver, eines Tages wachst du auf, und auf einmal klappen die Dinge und laufen wie von selbst und wieder ertappen wir uns Eltern, dass wir gezweifelt haben.





Es sei gesagt, dass weder Alexander noch Antonio kein Dreirad hatten, wir hatten auch kein anderes Spielzeugfahrzeug, mit dem wir beide spazierfahren konnten.

Beide haben mit einem Laufmotorrad angefangen, 2009 Alexander und 2010 Antonio. Zwar hätten beide ein Motorrad teilen können, dennoch war für uns wichtig, dass Antonio gemeinsam mit dem Bruder spielen konnte. (Verfolgunsfahrten, Rennen etc.)



SOMMER 2011
Es ist Sommer 2011, Alexander(4) ist in die Höhe geschossen und das Motorrad wurde langsam zu klein, so entschlossen wir ihm sein ersten Fahrrad zu kaufen, so nutzten wir die Gelegenheit und suchten für Antonio auch ein Fahrrad.

Mit "traditionellen" Ideen im Kopf machten wir uns auf dem Weg. "Das Fahrrad eine Nummer grösser, soll ja auch halten, und die besten Stützräder noch dazu". Wir liefen ins Kaufhaus und kamen wie der Zufall es so wollte an die richtige Person. Der Verkäufer fragte uns, ob die Kinder bereits Dreirad oder ein Fahrrad mit Stützrädern hätten, als wir verneinten sagte er, wir sollten auf gar keinen Fall ein Fahrrad mit Stützräder kaufen.

Wir blickten verduzt an, und gab uns die Erklärung, dass die Kinder bei einem Fahrrad mit Stützräder eine Art Spazierfahrt machen und die Körpermuskulatur nicht lerne das Gleichgewicht zu halten. Wenn wir dem Kind, das Stützräder hatte auf einmal die Stützräder entfernen, würde das Fahrradfahren lernen viel schwieriger sein.

Nun gut wir wollten dem lieben Mann glauben und kauften Alexander das Fahrrad ohne Stützräder. Antonios Fahrrad konnten wir nicht mitnehmen, da es keine kleine Fahrradmodelle gab. Dennoch erzählte er uns von sog. Laufrädern ohne Pedale (2011 waren sie in Spanien nicht so verbreitet).


Jedenfalls machten wir uns auf dem Weg nach Hause und Maria erzählte die Geschichte ihrer Familie. Wieder hatten wir Glück, dass die Tante Macarena jemanden kannte, der diese Laufräder aus den USA importierte. So kam Antonio (23/4) an sein Laufrad, das sich an seine Grösse anpasste. SUPER !!!
Die ersten Tage meckerte er etwas, da er auch Pedale haben wollte wie sein Bruder, doch sein Meckern dauerte nicht lange an und fing an sein Laufrad zu benutzten. Alexander fing am dritten Tag ganz alleine zu fahren, er war nicht mehr aufzuhalten, die Theorie des Verkäufers schien wahr zu sein.

Das erste halbe Jahr war für Antonio nicht einfach, er war zu sehr an die dicken Räder des Motorrads gewöhnt,  er konnte sich hinsetzten und das Motorrad fiel nicht um, ganz anders beim Laufrad, bei den dünnen Rädern bleibt das Laufrad nicht alleine stehen, dieses muss er schon mit den Beinen und Händen festhalten. Jedenfalls machte ihm das Laufrad am Anfang wenig Spass. Daher mussten wir ihn immer wieder aufmuntern, das Laufrad zu benutzen und zu üben.
Tage, Wochen, Monate vergingen, da klopfte der Sommer 2012 an die Tür. Alexander war mittlerweile 5 und Antonio 33/4. 

SOMMER 2012
Eines Tages am Strand rief eine kleine Stimme:"Mira Mamá", wir blickten und konnten nicht glauben, was wir sahen, wir weinten vor Freude.
Antonio hatte es geschafft, das Gleichgewicht mit gehobenen Beinen zu halten, sein Selbstbewustsein war in die Höhe geschossen, er versuchte es immer wieder und immer wieder klappte es.
Das Schönste an der ganzen Geschichte ist nicht nur, dass er das Gleichgewicht halten konnte, nein, sondern dass ihm die Situation BEWUSST war. Das war für mich das schönste Geschenk. Seit diesem Tag war er nicht mehr aufzuhalten, er dominierte das Laufrad und nicht umgekehrt.


Seit Frühjahr 2013 fährt er ganz alleine mit Pedalen. Wie von alleine...