Sonntag, 7. April 2013

Antonio und Alexander fahren Fahrrad


Zeit, Geduld und Übung aber ganz wichtig unser Verhalten, haben es möglich gemacht. Unser Verhalten, dass wir an sie glauben, sie es schaffen und nicht bei dem ersten "Unfall" gleich aufgeben.

Das Vertrauen, das wir unseren Kinder zusagen, ist wie magisches Zauberpulver, eines Tages wachst du auf, und auf einmal klappen die Dinge und laufen wie von selbst und wieder ertappen wir uns Eltern, dass wir gezweifelt haben.





Es sei gesagt, dass weder Alexander noch Antonio kein Dreirad hatten, wir hatten auch kein anderes Spielzeugfahrzeug, mit dem wir beide spazierfahren konnten.

Beide haben mit einem Laufmotorrad angefangen, 2009 Alexander und 2010 Antonio. Zwar hätten beide ein Motorrad teilen können, dennoch war für uns wichtig, dass Antonio gemeinsam mit dem Bruder spielen konnte. (Verfolgunsfahrten, Rennen etc.)



SOMMER 2011
Es ist Sommer 2011, Alexander(4) ist in die Höhe geschossen und das Motorrad wurde langsam zu klein, so entschlossen wir ihm sein ersten Fahrrad zu kaufen, so nutzten wir die Gelegenheit und suchten für Antonio auch ein Fahrrad.

Mit "traditionellen" Ideen im Kopf machten wir uns auf dem Weg. "Das Fahrrad eine Nummer grösser, soll ja auch halten, und die besten Stützräder noch dazu". Wir liefen ins Kaufhaus und kamen wie der Zufall es so wollte an die richtige Person. Der Verkäufer fragte uns, ob die Kinder bereits Dreirad oder ein Fahrrad mit Stützrädern hätten, als wir verneinten sagte er, wir sollten auf gar keinen Fall ein Fahrrad mit Stützräder kaufen.

Wir blickten verduzt an, und gab uns die Erklärung, dass die Kinder bei einem Fahrrad mit Stützräder eine Art Spazierfahrt machen und die Körpermuskulatur nicht lerne das Gleichgewicht zu halten. Wenn wir dem Kind, das Stützräder hatte auf einmal die Stützräder entfernen, würde das Fahrradfahren lernen viel schwieriger sein.

Nun gut wir wollten dem lieben Mann glauben und kauften Alexander das Fahrrad ohne Stützräder. Antonios Fahrrad konnten wir nicht mitnehmen, da es keine kleine Fahrradmodelle gab. Dennoch erzählte er uns von sog. Laufrädern ohne Pedale (2011 waren sie in Spanien nicht so verbreitet).


Jedenfalls machten wir uns auf dem Weg nach Hause und Maria erzählte die Geschichte ihrer Familie. Wieder hatten wir Glück, dass die Tante Macarena jemanden kannte, der diese Laufräder aus den USA importierte. So kam Antonio (23/4) an sein Laufrad, das sich an seine Grösse anpasste. SUPER !!!
Die ersten Tage meckerte er etwas, da er auch Pedale haben wollte wie sein Bruder, doch sein Meckern dauerte nicht lange an und fing an sein Laufrad zu benutzten. Alexander fing am dritten Tag ganz alleine zu fahren, er war nicht mehr aufzuhalten, die Theorie des Verkäufers schien wahr zu sein.

Das erste halbe Jahr war für Antonio nicht einfach, er war zu sehr an die dicken Räder des Motorrads gewöhnt,  er konnte sich hinsetzten und das Motorrad fiel nicht um, ganz anders beim Laufrad, bei den dünnen Rädern bleibt das Laufrad nicht alleine stehen, dieses muss er schon mit den Beinen und Händen festhalten. Jedenfalls machte ihm das Laufrad am Anfang wenig Spass. Daher mussten wir ihn immer wieder aufmuntern, das Laufrad zu benutzen und zu üben.
Tage, Wochen, Monate vergingen, da klopfte der Sommer 2012 an die Tür. Alexander war mittlerweile 5 und Antonio 33/4. 

SOMMER 2012
Eines Tages am Strand rief eine kleine Stimme:"Mira Mamá", wir blickten und konnten nicht glauben, was wir sahen, wir weinten vor Freude.
Antonio hatte es geschafft, das Gleichgewicht mit gehobenen Beinen zu halten, sein Selbstbewustsein war in die Höhe geschossen, er versuchte es immer wieder und immer wieder klappte es.
Das Schönste an der ganzen Geschichte ist nicht nur, dass er das Gleichgewicht halten konnte, nein, sondern dass ihm die Situation BEWUSST war. Das war für mich das schönste Geschenk. Seit diesem Tag war er nicht mehr aufzuhalten, er dominierte das Laufrad und nicht umgekehrt.


Seit Frühjahr 2013 fährt er ganz alleine mit Pedalen. Wie von alleine...



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