Samstag, 4. Mai 2013

Besuchen unseren Papi bei der Arbeit.

Wir haben Anfang Mai und wie jedes Jahr (dieses Jahr etwas später) startet die Steinobstsaison in Sevilla. Damit die Kinder wissen, wo ihr Papa die ganze Zeit steckt, haben wir einen kleinen Ausflug auf die Steinobstplantage und zum Packhaus organisiert. 

Eine neue Situation
Da ich im Export tätig bin, beginnt somit meine Hauptbeschäftigungszeit, was wiederum bedeutet, dass ich morgens das Haus sehr früh verlassen und sehr spät nach Hause kommen werde. Die letzten Monate hatten sich die Kinder jedenfalls sehr daran gewöhnt, dass ich sie morgens mit kleinen Spässen wecke, dies wird nun nicht mehr sein, wenn mich die Kinder sehen, dann nur abends. 


Warum ich dies erzähle? 

Nun gut, dieser starke Situationwechsel hat Einfluss auf das Wohlbefinden und Funktionieren der Familie. Von einem Tag auf den anderen müssen wir gemeinsam eine neue Situation meistern. Jeder von uns hat sicherlich schon solche Situationen erlebt, in denen von einem Tag auf den anderen sich die Lebenslage ändert. Die Kinder reagieren normalerweise leicht gestresst, bekommen “schlechte Laune”, werden nörgelig, etc. in unserem Fall könnten sie sogar denken, dass der Papa sie nicht mehr mag, weil er ja nicht da ist, wenn sie aufwachen. Naja, man könnte nun sagen, da müssen die Kinder nun mal durch, es macht sie stark, so ist das Leben. etc. Maria und ich denken nicht so und ganz besonders nicht seit dem wir im "Proyecto Roma" eine neue Vision bekommen haben. 
Was haben wir gemacht? 
Ganz einfach wir haben die Kinder in diesen Wechsel miteinbezogen. Wir haben das Abendessen genutzt, ein perfekter Moment um miteinander zu sprechen, und ganz einfach erzählt, was passieren würde. Wir haben nachgefragt, was sie sich darunter vorstellen könnten und Alex hat so seine eigene Vision abgegeben. Antonio sprach noch nicht, hat sich aber auf seine eigene Art und Weise zu verstehen gegeben. Auch wenn die Kinder (Alex 5,5 und Antonio 3.5 Jahre) noch relativ klein waren, das Wichtigste an der ganzen Sache ist mit Ihnen zu sprechen, sie zu fragen, was sie sich vorstellen, zum Sprechen anregen, den Dialog zwischen den Familienmitgliedern zu fördern, Vertrauen zu schaffen, dass man sagen kann was man denkt, sie ernst zu nehmen, wenn sie sprechen und etwas zu sagen haben und vor allem sie auf bestehende Ereignisse vorzubereiten. Es klingt logisch, doch dies im Alltag durchzuziehen ist nicht immer leicht, es gibt schon einige Momente an denen wir merken wir hätten die bevorstehende Situation besser vorbereiten sollen. Bei diesem Dialog kam schließlich ihr Wunsch hervor, meine Arbeit kennen zu lernen und so haben wir es gemacht. 

Könnt ihr euch erinnern?
Wenn die Kinder nun nach mir fragten, konnte die Mutter mit ihnen sprechen und in Erinnerung rufen, wo ich mich befinde. Könnt ihr euch erinnern? In diesen Dialogen danach hat Maria den Kindern die Fotos (wesentliches Hilfsmaterial im Proyecto Roma) von unserem Besuch gezeigt. Das Erleben und die Fotos danach helfen den Kinder das Erinnerungsvermögen zu stärken und sich zeitlich wie auch räumlich zu orientieren. (In einem anderen Post werde ich mehr dazu schreiben). Die Kinder reagierten etwas ruhiger, wussten nun mal wo ihr Papa steckte...
1 Jahr danach
Dieser Besuch ist nun 1 Jahr her, doch die Situation wiederholt sich. Die Kinder sind älter und wir knüpfen an all dem an, was wir letzten Jahr bereits gemacht hatten “Könnt ihr euch erinnern, wie es bei Papas Arbeit ist?” Ab hier starten wir den Dialog, zeigen die Fotos, sprechen miteinander und nutzten um in einige Details zu vertiefen, was sind Nektarinen, Pfirsiche, wo wachsen sie etc...   Der Besuch steht noch aus. 


Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das begreife ich. (Konfuzius)










Besuch bei Papis Arbeit Teil 2 Mai 2013

Wie versprochen auch, wenn etwas spät, hier die Fotos vom Besuch auf der Obstplantage im Mai 2013 und dem Packhaus. Alexander und Antonio hatten einen riesen Spass. Alexander konnte sich noch sehr gut an den Besuch das Jahr zuvor erinnern, Antonio nicht, es lag aber eher an seinem Alter....

 Hier sind die beiden in der ersten Kühlkammer, links der Kühltunnel, der das gepflückte Obst von 30ºC Temperatur auf 15-17ºC herab kühlt.


An dieser Maschine wird jedes einzelne Obststück mit einem kleinen Sticker etikettiert, beide hätten den ganzen Tag davor stehen können... :-)










               



Dies ist die Flowpackmaschine, verpackt in spezielle Plastikfolie die vorgepackten Obstschalen, Antonio hat gleich eine mitgenommen.


 So sieht ein Lkw von innen aus.... und so eine fertige Palette, die gleich in den LKW hineingefahren wurde.






Es ist immer wieder ein Erlebnis und vor allem spannend zu beobachten, wie selbtverständlich sich Alexander im Packhaus bewegt hat, als ob er jeden Tag ein und aus geht. Ich bin gespannt ob im Frühjahr 2014 sich Antonio so gut erinnert wie Alexander dieses Jahr.

Wir haben jedenfalls unser Büchlein mit den Fotos gemacht, damit beide sich an den Besuch erinnern.

Post Empfehlung: Eine Erziehung in Möglichkeiten