Dienstag, 22. Oktober 2013

Der Traum vom perfekten Kind - Fernsehreportage ARD 21-10-2013


Es ist traurig und es mich macht wütend zugleich, wenn heutzutage immer noch in der Öffentlichkeit und in den Medien über Menschen mit Down Syndrom gesprochen wird, ganz besonders in Diskussionen ob ihr Leben lebenswert ist oder nicht, so als ob sie es gar nichts mitbekommen würden. Ganz nach dem Motto " diese Menschen sind ja sowieso doof".

ARD und Co., so ist es nicht. Personen mit Down Syndrom sind genauso Menschen wie jede andere Person in der Gesellschaft. Sie haben Ohren, Augen und Gefühle, und bekommen ganz genau mit wann und wer über sie spricht. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, was sie fühlen, wenn über sie diskutiert wird, und wenn Personen dazu noch Kommentare abgeben, dass sie ein Kind mit Down Syndrom im Mutterbauch töten würden.  

Vor einigen Jahren sprach man von der Servicewüste Deutschland, heute würde ich mal sagen, INKLUSIONSWÜSTE Deutschland. Inklusion beginnt in unseren Köpfen, in unserer Haltung und Sprache gegenüber besonderen Personen. Leider ist dies noch nicht gegeben. 

Worum geht es uns? Was für eine Art Gesellschaft wollen wir haben? 
Wer definiert wer lebenswert ist und wer nicht? Ich höre und lese leider wieder Kommentare wie,  behinderte Menschen, (besondere Menschen) kosten dem Staat zu viel! Wir sollten mal wieder ein bisschen in den Geschichtsbüchern stöbern und würden uns wundern, dass es so etwas schon mal gab.

Wir lernen nicht aus unseren Fehlern !!!!  
  
In einer Gesellschaft, in der man bedauert wird, schief angesehen wird, dass man ein Kind bekommt oder bekommen hat, in diesem Fall mit 1 Chromosomen mehr, und als Eltern in der Öffentlichkeit damit fertig werden muss, als ob man ein Monster auf die Welt gebracht hätte, zeigt einen grossen Mangel an Humanität.

Wir Eltern haben eine Erziehungspflicht gegenüber unseren Kindern, was glauben die Eltern eigentlich, die ein "perfektes Kind" haben wollen? Doch was bedeutet das eigentlich? Mathe-Genie, Sportskanone, Supermodel? Sprachbegabt? 
Alles nur kein Down-Syndrom, ja glaubst du denn, dass die anderen Kinder sich alleine erziehen ????? und wenn dein Kind mit Autismus geboren wird? Ich kenne Familien, die erst sehr spät erkannt haben, dass ihre Kinder Autismus haben, was nun ?
Egal wie es kommt wir Eltern haben eine Führsorge- und Erziehungspflicht gegenüber unsere Kinder.


Aber nicht nur wir Eltern, unsere Familien, Freunde, Nachbarn, Bekannten, die Gesellschaft an sich hat diese Pflicht und Verantwortung gegenüber alle Kinder der Gesellschaft. 
Leider scheint dies nur für einen Teil der Kinder zu gelten und nicht für alle.


INKLUSION !!! JETZT !!!

Sonntag, 20. Oktober 2013

Treffen mit Greta, Lola, Pavel und Amelie in Jerez de la Frontera


Wie schön, dass es Internet gibt. Als ich im Abril 2013 entschied in die Blogwelt einzusteigen, konnte ich mir nicht vorstellen, welche Möglichkeiten sich einem öfnnen mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Durch stöbern, suchen und googeln, bin ich auf die Seite Lolas verrückte Welt - El Mundo loco de Loal, gestossen. Was LAS ich da deutsch/spanische Familie, Down Syndrom, ähnliches Alter, etc.. das passt doch zusammen, da muss man doch in Kontakt sein. So entschied ich mich Amelie, Lolas Mutter anzuschreiben. 

Ich war begeistert, hatte meinen ersten Kontakt mittels dieser Blogwelt erhalten. 
Amelie hatte mir auch zurück geschrieben und blieben weiterhin so in Kontakt, bis sie mir im Oktober mitteilte, dass sie eine Woche in Malaga Urlaub machen würde. Sie schlug mir vor uns zu treffen.

Aufgeregt, ich war einfach aufgeregt, es war toll, eine Begegnung in der sog. realen Welt... 
Maria hatte sofort zugesagt, und vorgeschlagen wir könnten uns ja in Jerez de la Frontera treffen, mehr oder weniger in der Mitte, wir aus Sevilla kommend und sie aus Malaga. So geschah es auch.

Treffpunkt war ein Riesenspielplatz in Jerez de la Frontera, als ich Amelie und die Kinder aus der Ferne sah, kam es mir vor, als ob ich sie schon länger kennenlernen würde, was das Blogleben so ausmacht, ich hatte leider bis Dato noch nicht so viel geschrieben gehabt.

Nach dem Spielplatzaufenthalt (leider keine Fotos), fuhren wir in die Innenstadt Jerez´s zum Tapeo und anschliessendem Eisessen, hier lasse ich euch ein paar Impressionen.


Eine witzige Truppe zwei Mädels aus Deutschland Greta (7) und Lola (im Nov. 6) und ein Junge: Pavel, aus Spanien zwei Jungs Alex (6) und Antonio (im Sep. 5) und die kleine Angela. Die deutsche Familie, mit spanischen Vater und deutscher Mutter und die spanische Familie mit deutschem Vater und spanischer Mutter....crazy.... :-))))))))  
  











 






















DANKE Amelie, Greta, Lola, Pavel für den tollen Tag, wir haben uns sehr gefreut euch kennen gelernt zu haben, freuen uns auf ein Wiedersehen sei es in Deutschland oder hier im Süden.


Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Träumer - los soñadores

10-Oktober 2013

Ganz Stolz zeigte mir Antonio heute sein Bild (siehe Foto). Er hat die Überschrift Los Soñadores ( Die Träumer ) ganz alleine geschrieben und die Figur ganz alleine ausgeschnitten. Seine Lehrerin versicherte uns, dass er alles ganz alleine gemacht hatte, ohne Hilfe, stolzer und glücklicher kann ich nicht sein.

Momentan besucht er die 3 Klasse der Vorschule. In Spanien ist die Vorschule in 3 Jahrgänge aufgeteilt, Vorschule (Infantil) 1, 2 und 3. Nächstes Jahr im September kommt er dann in die erste Klasse der Grundschule (Primaria).

Die Träumer ist der Name seiner Klasse. Anfang des neuen Schuljahres entscheidet jede Schulklasse für sich alleine, wie sie sich dieses Jahr nennen wollen, anstatt sich 1A, 1B zu nennen, was etwas unpersönlich erscheint.

October is Down Syndrome Awareness Month!

Freitag, 4. Oktober 2013

Das Telefonspiel

Es muss ja nicht immer ein Stück Papier sein, auf dem eine Nº steht.
Vor allem, was bedeutet schon eine Zahl?? Sehen wir es mal aus dem Gesichtspunkt der Kinder, es sind Linien, die eine Form bilden und einen Namen erhalten ( neun ). Was die neun/9 jedoch bedeutet, bedeuten kann, das bleibt dem Kind ein Geheimnis.

Was wenn wir aber den Zahlen eine Bedeutung geben und dem Kind ein Motiv, einen Grund, seine Neugier ankurbeln, um die Zahlen zu lernen. 

Zahlen sind überall, und vor allem an einem Gerät, das wir täglich benutzen, das Telefon.
Ein Spiel, das wir angefangen haben zu spielen, ist es Namen und Telefon nº auf einen Zettel ungeordnet aufzuschreiben. Die Kinder müssen die Zahlen (Telefon Nº) wählen und abwarten wer abnimmt und der Person auf der anderen Seite des Hörers das Spiel erklären. 

Es macht einfach nur Spass !!! 
Die Kinder müssen zunächst überlegen, wenn sie anrufen möchten (Oma, Freunde, Onkel, Tante, etc..). Dann schreiben wir die Telefon Nº ungeordnet auf den Zettel auf. 
Den Kinder kostet schon etwas Zeit die Zahlenkombination zu tippen, wenn man nicht schnell genug ist, kann das Telefon schon mal ausgehen, und muss wieder von vorne anfangen. 

Dann kommt noch das Kribbeln im Bauch dazu, wer wird wohl ans Telefon rangehen??? Und wenn dann auf der anderen Seite jemand rangeht und fragt wer anruft, da müssen die Kinder nun mal überlegt haben was sie sagen wollen (Sprachtraining), was wir vor dem Anruf mit ihnen kurz besprechen. Am Besten ist jedoch das Lächeln im Gesicht zu sehen, wenn die "Tante" an der anderen Seite des hörers sagt, du hast ganz alleine gewählt??? 

Zu telefonieren ist ein besonders interessantes Spiel, da die Kinder sich die Person mit der sie reden und das Gespräch an sich bildlich in ihrem Kopf vorstellen müssen, was schon sehr anstrengend aber absolut fördern für eine räumliche Orientierung ist.

Das Wichtigste ist jedoch, dass die Kinder sehr viel Spass dabei haben und lernen, dass Zahlen eine Funktion haben.