Sonntag, 24. November 2013

Zahlenlernen und Mathematik muss Spass machen

Zahlenlernen und Mathematik muss Spass machen, vor allem müssen wir unseren Kindern zeigen warum wir Zahlen benutzen, wofür sie wichtig sind. Welchen Einfluss sie auf unser tägliches Leben haben.

Wir wissen bereits, dass Kinder mit DS es schwer haben abstrakt zu denken, und vor allem Repräsentationen auf dem Papier zu bearbeiten. Daher müssen wir Strategien entwickeln, die uns Eltern/ Erzieher helfen die praktische Welt in die "abstrakte" Welt zu transformieren. 

Die Fotografie ist für uns ein Haupthilfsmittel geworden, wie bereits in einem anderen Post erwähnt helfen die Fotos auch zum Sprechen lernen. So nun auch für die Zahlen und Mathematik.

Wir wissen bereits, dass Kinder besonders gut lernen, wenn sie etwas interessiert, wenn sie auf bestimmte Dinge neugierig werden. Diese sind stets unsere Ansatzpunkte.

Antonio sollte für die Schule einige Übungen machen, auf einem Arbeitsblatt sind 9 Sprachblasen zu sehen in jeder Sprachblase sind zwischen 1 und 6 gelbe Bälle zu sehen. Er sollte nun die Bälle zählen und die Anzahl der Bälle in einem Kästchen neben der Sprachblase schreiben.
Es hat uns literweise Schweiss gekostet, bis er dies gemacht hatte. Er wollte es einfach nicht machen, hatte kein Interesse. Einfach kein Interesse... :-(

Bedeutet dies, dass er die Übung nicht kann? In anderen Situationen beweisst er doch, dass er zählen kann. Was nun ??

Dennoch für uns ist es wichtiger ihm zu helfen eigene Gedankengänge zu bilden, damit er diese Arbeitsblätter meistert und alleine Probleme lösen kann.
So griffen wir zu unseren Hilfsmitteln zurück... 

Unten 2 Fotos, von mehreren, die wir benutzt haben.

Auf dem ersten ist Antonio auf einem Platz mit Tauben zu sehen. 

Antonio, wie viele Tauben sind auf dem Foto zu sehen?

Blitzschnell fing er an zu zählen, (korrekt noch dazu),  dazu erzählte er noch, dass er sich selbst auf dem Foto sah und hinter den Tauben herlief.....etc.




Auf dem zweiten Foto, etwas gestellt, haben wir einen kleinen Ausschnitt unseres Kühlschranks abgebildet. Zuvor standen wir jedoch mit Antonio am Kühlschrank und haben vor Ort gezählt. Das Foto gemacht, ausgedruckt und wieder auf dem Papier gezählt. 

Wieder ging es reibungslos.


Dies beweisst wieder einmal, dass der Lernprozess durch Neugierde und Interesse angestossen werden kann. Zahlen und Mathematik sind überall im Haus zu finden. Mit einem Fotoapparat und einem Drucker, kann man vieles machen.  Wir werden auf jeden Fall auf dieser Linie weitermachen.

Zahlenlernen und Mathematik muss Spass machen!

Mittwoch, 6. November 2013

Sprechen muss Spass machen, Spracherwerb bei Kindern mit Down Syndrom.


Ja, Ja, die Sprache. Bevor ihr weiterlest, möchte ich euch wissen lassen, dass Antonio noch nicht fließend spricht. Dennoch hat er angefangen seine Sätze besser zu strukturieren und denkt kurz nach bevor er los prasselt

Hier ein paar Tipps:
1. Von Minute Null, mit dem Kind sprechen, keine Babysprache nutzen.
 

2. Kontinuierlich sprechen (im Babyalter) und auf alles aufmerksam machen und erklären, was, wozu, warum etc..
 

3. Jede Gelegenheit wird genutzt, um mit dem Kind zu sprechen und in der Anfangsphase selbst Fragen stellen und beantworten.
 

4. Offene Fragen stellen, die das Kind zum Nachdenken anregen. Und die ja/nein Fragen vermeiden.
 

5. Nicht auf einzelne Wörter oder Zeichensprache eingehen: Kind sagt:“WASSER”  Eltern: Was Wasser ??? Wozu Zum Duschen ? Zum Blumen giessen? Es ist wichtig, dass das Kind den Versuch startet zu sagen, “Wasser zum Trinken, bitte” natürlich wenn notwendig ist den Satz vorsprechen, damit das Kind nachspricht. Erst dann dem Kind Wasser geben. ( dies ist ein Beispiel für viele Situationen)
 

6. Wir nutzten das Lesen als Strategie zum Spracherwerb.
Lesen ist überall, wir lesen zahlen, wir lesen Schilder, lesen Verpackungen, das Lesen limitiert sich nicht nur auf Kärtchen oder Bücher und ist auch nicht räumlich und zeitlich limitiert. Die Sprache umgibt uns, und so auch die vielfältigen Möglichkeiten zu lesen. Wir nutzten unterschiedliche Hilfsmittel.

 
6.1 Fotografien:
-Wir nutzten selbstgemachte Fotografien, es gibt nichts besseres als die eigene Familie und sich selbst auf dem Foto zu sehen. Wir beschreiben gemeinsam, was wir auf den Fotos sehen und je nach Sprachniveau des Kindes können direkte offene Fragen gestellt werden. Nie Ja/ Nein Fragen stellen.

-Mit den Fotos zeigen wir unseren Kindern den Ablauf einer Situation. ( z.B: Duschen, Essen, Anziehen, (vor, während und danach), etc.)
  
-Nutzen die Fotos vergangener Situationen (Geburtstage, Ausflug, Urlaub, etc.), um das Erinnerungsvermögen zu steigern.

Schlafzimmer - Papa und Mama
-Fotos von Objekten, die eure Kinder kennen (Objekte im eigenem Haus, eigener Wohnung, Garten, Spieplatz, KiKa, Schule, etc.) Wenn die Kinder die Objekte auf den Fotos wiedererkennen, freuen sie sich riesig und werden umso starker versuchen sich mitzuteilen.


6.2 Etikettierung “aller” Objekte zu Hause. Kleiderschrank, Schublade, Lampe, Kühlschrank etc. Dies animiert die Kinder die Schilder zu lesen,und bekommen gleichzeitig eine reelle Repräsentanz der Dinge, die sie lesen. Ein Kleiderschrank ist nun mal größer als ein Apfel, dies sieht man nicht auf den Kärtchen.
 
Kleiderschrank


Schublade Unterhose, Schublade Antoni, Schublade Alexander














6.3 Eigene Bilderbücher erstellen. 5-10 Fotos je nach Alter des Kindes einer Situation ausdrucken. Gemeinsam ausschneiden, und das Kind die Bilder beschreiben lassen. Dieser Satz wird unter dem Bild geschrieben. Ein Titel für das Buch gemeinsam definieren und alle Fotos zusammentackern.

Antonio beim Reiten




 






















7. Nutzt, die Dinge aus, die euer Kind LEIDENSCHAFTLICH mag und macht die Punkte 1 und 3.

8. Provoziert Situationen, macht eure Kinder auf neue interessante Sachen aufmerksam.

So bis hier ist gut, ich hoffe es ist verständlich und hilft euch weiter. Wenn mir noch etwas einfallen sollte werde ich den Post einfach aktualisieren.

Wir Eltern müssen von Anfang an mit unseren Kindern richtig sprechen, wir dürfen und sollten Babysprache vermeiden. Wenn es sein muss, müssen wir der Familie, den Freunden und Bekannten sagen, das sie unser  Kind genauso ansprechen sollen, wie sie die Geschwister ansprechen, und bei Einzelkindern keine Babysprache zu nutzen.
 

Es ist wichtig das Kind bei der Formulierung der Sätze zu unterstützen.
 

Unsere aktive Teilnahme ist wichtig, vergesst bitte nicht, dass Kinder mit DS nicht so spontan lernen, wie andere Kinder und wir hier nachhelfen müssen.

Was ist an dieser Art besonders?  
Die gesamte Familie nimmt Teil, wir geben Antonio nicht das Gefühl “besonders” zu sein, Alexander macht auch seine eigenen Bilderbücher. Alexander kann an allem teilnehmen, was wir tun. Wir als Familie stehen im Mittelpunkt, wir als Familie lernen gemeinsam, wir therapieren und geben Antonio auch nicht das Gefühl "besonders" zu sein.