Freitag, 13. Dezember 2013

Wenn die Leidenschaft für etwas zum Lernmotor wird.

Die Wochentage hat er noch nicht gut drauf, wenn du Antonio aber fragst, was er am Samstag macht. Dann sagt er dir. "Papá, yo caballo." ( Papa, ich Pferd.) Da fällt einem die Kinnlade herunter.

Der Kleine kann zwischen Montag, Dienstag und Mittwoch noch nicht unterscheiden, weiss aber, 1.) dass morgen Samstag ist, einfach nur weil wir ihm sagen, dass heute der letzte Schultag der Woche ist, 2.)  dass er morgen Reitunterricht hat.   Wahnsinn!!

Mit diesem Erlebnis kehren wir wieder zum allgemeinem Hauptpunkt zurück, Lernprozesse entstehen "nur", wenn 1.) dem Kind etwas Spass macht, 2.) aus eigenem Interesse wächst. Hier sei nicht zu vergessen, dass wir Eltern dieses Interesse bis zu 90% bei unsere Kindern wecken müssen, es ist unsere Aufgabe, vor allem wenn wir bestimmte Lernprozess bewirken wollen.

Antonio liebt Pferde, "Caballo- Pferd" war eines seiner ersten Worte, er wird ganz nervös, wenn er Pferde in der Ferne sieht. Beim Reitunterricht ist er wie verwandelt auf einmal hört er aufmerksam zu, da möchte ich doch, dass die eine oder andere Person, die an ihm Zweifel haben, ihn beim Reitunterricht beobachten. Er öffnet sich und lernt, lernt, lernt. Wir nutzen diese Leidenschaft auch für die Sprache, und haben eine kleine "Lernwelt" um seine Leidenschaft aufgebaut. Selbst erstellte Mini-Bücher mit eigenen Fotos und Sätzen, Mini-Videos, die wir mit ihm kommentieren. So verbinden wir die reele Welt, das Erlebte, seine Erlebnisse, seine Emotionen, mit der abstraktn Welt des Papiers. Es ist EXTREM wichtig diese Verbindung herzustellen, es hilft Denkprozesse in Bewegung zu setzten. In einem sind wir in situ - auf dem Reithof - Erlebnis, beim anderen sind wir zu Hause - Denkprozess. Erinnerung, Bilder im Kopf zusammensetzen, Sprache.



Dazu sei gesagt, dass Antonio gemeinsam mit seinem Bruder und zwei weiteren Freunden, die nicht auf dem Video zu sehen sind, zum Reitunterricht gehen. Es ist keine Reittherapie.

Bitte denkt nicht, dass wir gestresst sind, ganz im Gegenteil, wir LEBEN intensiver bewusster jeden Moment und geniessen gemeinsam mit den Kindern diese Materialien herzustellen. 
Es ist Teil unseres Alltags geworden. 

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