Montag, 17. Februar 2014

Alexander und Antonio basteln eine Murmelbahn

 Alexander und Antonio spielen liebend gern mit Murmeln, vor  einiger Zeit haben sie mir gesagt, sie wollten eine Murmelbahn, doch leider haben wir nichts preiswertes gefunden, da habe ich ihnen vorgeschlagen eine selber zu basteln. Das einzige, was ich ihnen gesagt habe, dass sie anfangen sollten Papierollen zu sammeln. So haben sie es gemacht. Sie hatten dabei sehr viel Geduld, wir mussten ja auch über einige Wochen lang sammeln. 
Am letzten Wochenende war es soweit. Der perfekte Moment, wir hatten Regenwetter, genug Papierrollen, die Kleberpistole, die Holzplatten und viel Lust endlich die Murmelbahn zu basteln.

Doch wie ihr bereits wisst, nuzten wir diese Momente immer um Denkprozesse in Gang zu bringen, es geht un simmer darum, dass die Kinder denken, denken, denken.
Die Ausführung  ist auch wichtig, doch zweitrangig. 



Die Frage lautete nun:”Wie stellt ihr eure Murmelbahn vor? Wie soll der Verlauf sein?”

Beide überlegten kurz und zeichneten mit dem Finder in der Luft, den Verlauf den sie sich vorstellten. Papá asi y asi y  asi. (Papa, so und  so und so). Der Verlauf der Finger war im Zig Zag von oben nach unten.  So war ungefähr die kurze ungeduldige  Erklärung. Alexander fügte am Ende noch hinzu er wolle einge Fallen einbauen. 


Das reichte mir, mehr brauchte ich nicht zu wissen. Beide hatten mir gezeigt wie sie sich die Bahn vorstellten. Der Verlauf von oben nacht unten war auch logisch. BEIDE waren im Geschehen dabei und hatten sich kurz in Gedanken anstrengen müssen.


Wären beide etwas älter, hätte man noch darüber reden können welches Material wir nutzen, welche Hilfsmittel wir zum Kleben benutzen, wie die Holzplatte dekoriert werden kann, wie die Fallen gemacht werden können und und und. Doch dies werden wir im Laufe des Jahres mit anderen mini-Projekten anfangen zu machen. 


Wichtig war mir einfach sie zeigten mir den Verlauf ohne die Holzlatte vor sich zu haben.

So nun holte ich die Holzplatten, eine für jeden.  Sie sollten nun mit dem Bleistift den Verlauf auf der Holzplatte vorzeichnen.   

Die Bahn musste nun vorbereitet werden, hierfür zeigte ich beiden wie sie aus den Papierrollen die Bahn herstellen. 
Schnip, schnap da legten sie mit dem Schneiden schon los.




 

Weide legten nun die ausgeschnitten "Bahnteile" entlang der Linien, wir mussten ja schliesslich wissen, wie viele Teile wir noch auschneiden mussten.

Die ist Antonios Murmelbahn
Hier wird die Holzplatte dekoriert



 
Antonio dekoriert seine Murmelbahn
Die Murmelbahn ist fast fertig.




Die beiden einen Riesenspass und haben das ganze Wochenende mit der Murmelbahn gespielt.

Sonntag, 16. Februar 2014

Kevin Grow, Teenager mit Down-Syndrom wird Basketball-Star


V E R T R A U E N !!!

was soll ich dazu noch mehr sagen !!!


Es war der größte Moment seines Leben: Kevin Grow hat das Downsyndrom und saß bei seinem Basketball-Team immer auf der Bank. Bis er seine Chance bekam. Jetzt ist der 18-Jährige ein Star. 
Von Katja Mitic
 http://www.welt.de/vermischtes/article124852729/Teenager-mit-Downsyndrom-wird-Basketball-Star.html

Ich persönlich kann dazu nichts mehr sagen, das Video spricht für sich.

Kevin Grow hat eine Chance bekommen und hat sie ausgenutzt und gewonnen.
Er hatte die Möglichkeit erhalten seine Fähigkeiten im Basketball zu beweisen.

Ist sichtbar geworden, und wie

So sehr, dass er Nachricht ist, ist ja auch ein Wunder, so begabt und mit Down-Syndrom,
in den Köpfen ist dieses Vorurteil noch sooo verankert...

Ich mag nicht den Moment der Freude zerstören,
doch frage ich mich bei solchen Situationen,
wie wäre die Reaktion der Anwesenden gewesen,
wenn das Resultat anders ausgegangen wäre ?

Hätte das allgm. Vorurteil wieder einen Platz in den Köpfen eingenommen?
nur in ein andere Richtung?

Wir werden es nicht wissen, und es ist gut so. Wir benötigen weiterhin diese Nachrichten, bis die Menschen um uns herum endlich reagieren.

Doch dürfen wir nicht vergessen, dass trotz aller Erfolge unserer Kinder,
der Grösste Erfolg wird sein, 
wenn sie als Mensch, Person mit Namen im Vordergrund stehen und nicht
das Down Syndrom.

Freitag, 14. Februar 2014

Kreativitätsaufgabe in der Schule von Antonio.


Antonio kam mit diesem Blatt nach Hause. 

Die Aufgabe, die zu lösen war: Wie kann man die Fenster des Hochhauses sauber machen?

Im ersten Moment konnte Antonio mit dem Blatt nichts anfangen.  Wir haben ihn zunächst gefragt, was er auf dem Blatt sieht? – una casa, grande. ( Ein grosses Haus)

Danach fragten wir ihn, ob das Haus Fenster hat. Er zeigte auf die kleinen Kästchen.  

Und schliesslich die Frage, um die es geht, wie reinigen wir die Fenster? Hier musste er lange überlegen, doch wusste nicht.

Da hat die Mutter das Papier vertikal gehalten und eine kleine Schlumpffigur genommen, und fragte wie der Schlumpf an die Fenster kommt.  Mamá, escalera.  Mama, mit einer Leiter und Antonio malte die Leiter dazu. 

Und wie macht der Schlumpf die Fenster ganz oben sauber? Avion, Mamá. Mit dem Flugzeug Mama und malte ganz alleine das Flugzeug dazu.

Manchmal liegt die Lösung in der Änderung des Blickwinkels. Die Grössenrelation darzustelllen hat Antonio geholfen sich die Situation vorzustellen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Von Eltern für Eltern gemacht.....


Von Eltern für Eltern gemacht, solche Initiativen finde ich einfach fantastisch. Dies zeigt den Willen von vielen Eltern etwas bewegen zu möchten, dass man sich nicht mit der Information zufrieden gibt, die es seit Jahren gibt. Eltern, die tagtäglich spüren, leben, erleben es geht mehr, als viele “Spezialisten”  meinen und sagen, doch leider sind es gerade  diese “Spezialisten”, die frischgebackenen Eltern mit einem Baby mit Down-Syndrom informieren.Vielliecht nicht alle aber sicherlich die Mehrheit der Eltern, hat hier so einige unschöne Anekdoten zu erzählen.    

Wir sind Eltern, von Kindern mit einem extra Chromosom, jeder kämpft auf seine Art und Weise, jeder weiss wie viel er  geben kann oder möchte, jeder  bringt das ein, was er persönlich denkt, könnte anderen Eltern auf ihrem Weg helfen. 


Von den zahlreichen Eltern/ Kinder Blogs, die Einblick in das Leben der Familie geben, allgemeinen Blogs zum Thema DownSyndrom, Blogs mit Tipps und Ideen zur Erziehung, bis hin zu Büchern wie: Lolas verrückte Welt: Diagnose: Down-Syndrom, von Amelie Mahlstedt, das gerade erschienen ist, oder die Bücher von Conny Wenk, und nicht zu vergessen den zahlreichen Vereinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So entdeckte ich heute die Infobox der Down-SyndromÖsterreich.


 Von Eltern für Eltern gemacht.  


Wie Maria Grossauer in ihrem Blog selber beschreibt: “Ich war jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich meine gesammelten Lebenserfahrungen und mein berufliches Wissen in Einklang bringen wollte - und so entschloss ich mich, mich auch beruflich dem Thema Down-Syndrom zu widmen. So arbeite ich seit einem knappen Jahr für und bei Down-Syndrom Österreich und es macht immer mehr Spaß, Gutes zu tun und Ideen zu verwirklichen.”  (Zitat aus Ihrem Blog) .  


Maria leitet das Projekt der Infobox  Down-SyndromÖsterreich . Die Infobox soll Eltern von Babies mit Down Syndrom in Österreich den Start ins Leben erleichtern. 




Initiert wurde das Projekt in OÖ ebenfalls von einer Mutter eines Buben mit DS. Sie entwickelte gemeinsam mit anderen Müttern eine Informationsbox für Eltern, die in OÖ über die Geburtsstationen kostenlos verteilt wurden . Ich habe diese Idee aufgegriffen und möchte diese tolle "erste Hilfe" im ganzen Land ermöglichen.”  berichtet Maria in ihrem Blog.


Damit die Infobox  auch alle Eltern in Österreich erreichen kann, ist das Projekt auf finanzielle Hilfe angewiesen.  Dafür hat Down-Syndrom Österreich speziell ein Spendenkonto eingerichtet, welches ihr über diesen Link erreicht:  http://www.down-syndrom.at/CMS/index.php?id=121&neues-spendenformular-656/


Ich finde die Initiative grossartig, daher wollte ich ihr einen Eintrag im Blog widmen. Auch in Anerkennung an alle Eltern, die täglich für die Rechte und Chancen ihrer Kinder mit Down Syndrom kämpfen und dabei auch immer versuchen unsere Welt etwas humaner zu machen.

 

 Von Eltern für Eltern gemacht.

Dienstag, 11. Februar 2014

Wir entdecken unser Zuhause.

Es klingt so offensichtlich, doch kennen unsere Kinder wirklich ihr Zuhause ?  Kennen sie jeden Winkel ?  Wissen sie, wo was zu finden ist ? Sind unsere Kinder in der Lage ihr Zuhause zu beschreiben, 
wenn sie sich ausser Haus befinden ? 

Im ersten Augenzwinkern scheint es so zu sein, man hat sich die Frage nie gestellt oder gar gezweifelt, schliesslich wohnt das Kind ja auch im Haus, als Eltern beobachten wir ja wie es sich bewegt und wenn wir um etwas bitten, dann wissen sie auch, wo es zu finden ist.  

Ok, hier sollten wir jedoch die Reflexion starten, ob wir den Kindern jeweils sagen, wo sie die Sachen zu suchen haben. “Hol bitte einen Löffel aus der Küche!” In diesen Sätzen geben wir den Ort vor, wor die etwas zu finden ist. Wir wollen aber, dass unsere Kinder lernen zu denken, und die Objekte des Alltags im Kopf räumlich im Haus loklisieren können.  Geben wir alles vor, sehen wir wie sie reagieren und freuen uns über den Erfolg, doch wissen wir wirklich ob unser Kind diese Situation “alleine” gelöst hätte?

“Oh, ich glaub hier fehlt ein Löffel! Kannst du mir bitte einen Löffel bringen?”

Wir geben das “Problem” an das Kind weiter, nun muss es die Situation lösen. Denkprozesse werden in Gang gesetzt. Wenn das Kind sofort reagieren kann und dorthin geht, wo die Löffel zu finden sind, super, wir wissen ohne das Kind zu examinieren, dass es den “Löffel” lokaliseren kann.  Wenn es nun stockt und sich blockiert und nicht weiss, bzw. sogar sagt ich weiss es nicht, wissen wir, dass wir nachhelfen müssen. Und das ist es auch, was es bedeutet, einfach nur nachhelfen müssen.

Uns sind unterschiedliche Situationen in diesem Sinne passiert. Eine kurze Geschichte will ich dazu erzählen. Es war ein Samstagnachmittag im Dezember, die Kinder wollten einen Schokodrink, normalerweise haben wir ihn für Alexander und Antonio gemacht, doch an diesem Samstagnachmittag waren wir im Streik. “Heute macht ihr euch den Schokodrink selber. Was braucht ihr?” Die Kinder konnten nicht schnell genug in die Küche rennen, doch waren sie so nervös, dass sie im ersten Augenblick keine Ahnung hatten, wo,wie was. Wir halfen etwas nach und fragten “was braucht ihr? Und wo findet ihr die Sachen?  …Tasse, Löffel, Milch und Kakaopulver…Tja, die Tasse und den Löffel haben sie schnell lokalisiert, doch die Milch und den Kakaopulver nicht. Wir konnten es nicht glauben. Jeden Tag machten wir vor ihren Augen den Schokodrink und sie wussten nun nicht, wo die Milch und der Kakaopulver war? Wir haben uns so gefreut, dass wir gestreikt haben, denn nur so haben wir dies herausgefunden. Es ist kein Mangel und auch nicht schlimm, schlimm ist jedoch die Tatsache, dass wir Eltern, wieder einmal von etwas ausgegangen sind, was gar nicht wahr ist. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes erlebt, dass wir falsch lagen.  

Wer hat nicht auf die eine oder andere Art und Weise erlebt, dass die Kinder eine "Verzerrung" räumlicher und zeitlicher Orientierung haben. Meistens bemerken wir an ihrern Erzählungen, dass die Sachen die Ihnen am Besten gefallen haben auch am Längsten dauerten, obwohl es umgekehrt war und bei räumlicher Orientierung auch oft übertrieben wird.
All diese Erlebnisse helfen zu lernen, sich in Raum und Zeit zu bewegen, es klingt zwar nach zu viel Wissenschaft, ist aber letztenedlich nichts anderes, als das was wir jeden Morgen machen. Jeder von uns plant auch wenn es nur ein bisschen ist, wie der Tag ablaufen wird, welche Events anstehen, wie lange sie dauern, um wie viel Uhr sie anfangen, etc.. ( In Bezug auf die Planung werde ich in einem anderen Beitrag beschreiben)

Unser Kinder und vor allem unsere Kinder mit Down Syndrom müssen diese zeitliche und räumliche Orientierung ebenfalls lernen, je früher sie dies lernen, helfen wir ihnen sich freier und selbständiger zu bewegen. Der erste Bezugsraum ist das eigene Zuhause. Daher ist es wichtig den Kindern ihr eigenes Zuhasue “BEWUSST” zu machen, erleben und entdecken zu lassen. 

Mit der Idee ihnen zu helfen, eine bildliche Repräsentation von ihrem Zuhause in ihren Köpfen zu schaffen.
Es gibt sehr viele Alltagssituationen im Haus, an denen wir unsere Kinder teilnehmen lassen können. Wenn man es aber etwas lustiger machen möchte kann z.B. eine Schnitzeljagd zu hause organisieren, so haben wir es am WE gemacht.




“Willkommen im auf der Schatzinsel, irgendwo im Haus ist ein Schatz versteckt und weitere Papierschnitzel, die im Haus verteilt sind, geben den nächsten Tipp, wo sich der Schatz befindet.”
Oben auf dem Bild sind die Papierschnitzel, ich werde sie jetzt nicht übersetzten, der Inhalt ist nicht relevant. Dennoch unsere Beobachtung: Die Kinder waren wie verrückt, waren AUFMERKSAM, Alexander, der momentan nicht so gerne lesen möchte hat alle Schnitzel GELESEN, mussten das Worträtsel lösen (DENKEN), wenn sie es eraten haben überlegen, WO der nächste Hinweis versteckt war. 
....

Und das Beste:
wir hatten alle SPASS dabei !!!