Dienstag, 11. Februar 2014

Wir entdecken unser Zuhause.

Es klingt so offensichtlich, doch kennen unsere Kinder wirklich ihr Zuhause ?  Kennen sie jeden Winkel ?  Wissen sie, wo was zu finden ist ? Sind unsere Kinder in der Lage ihr Zuhause zu beschreiben, 
wenn sie sich ausser Haus befinden ? 

Im ersten Augenzwinkern scheint es so zu sein, man hat sich die Frage nie gestellt oder gar gezweifelt, schliesslich wohnt das Kind ja auch im Haus, als Eltern beobachten wir ja wie es sich bewegt und wenn wir um etwas bitten, dann wissen sie auch, wo es zu finden ist.  

Ok, hier sollten wir jedoch die Reflexion starten, ob wir den Kindern jeweils sagen, wo sie die Sachen zu suchen haben. “Hol bitte einen Löffel aus der Küche!” In diesen Sätzen geben wir den Ort vor, wor die etwas zu finden ist. Wir wollen aber, dass unsere Kinder lernen zu denken, und die Objekte des Alltags im Kopf räumlich im Haus loklisieren können.  Geben wir alles vor, sehen wir wie sie reagieren und freuen uns über den Erfolg, doch wissen wir wirklich ob unser Kind diese Situation “alleine” gelöst hätte?

“Oh, ich glaub hier fehlt ein Löffel! Kannst du mir bitte einen Löffel bringen?”

Wir geben das “Problem” an das Kind weiter, nun muss es die Situation lösen. Denkprozesse werden in Gang gesetzt. Wenn das Kind sofort reagieren kann und dorthin geht, wo die Löffel zu finden sind, super, wir wissen ohne das Kind zu examinieren, dass es den “Löffel” lokaliseren kann.  Wenn es nun stockt und sich blockiert und nicht weiss, bzw. sogar sagt ich weiss es nicht, wissen wir, dass wir nachhelfen müssen. Und das ist es auch, was es bedeutet, einfach nur nachhelfen müssen.

Uns sind unterschiedliche Situationen in diesem Sinne passiert. Eine kurze Geschichte will ich dazu erzählen. Es war ein Samstagnachmittag im Dezember, die Kinder wollten einen Schokodrink, normalerweise haben wir ihn für Alexander und Antonio gemacht, doch an diesem Samstagnachmittag waren wir im Streik. “Heute macht ihr euch den Schokodrink selber. Was braucht ihr?” Die Kinder konnten nicht schnell genug in die Küche rennen, doch waren sie so nervös, dass sie im ersten Augenblick keine Ahnung hatten, wo,wie was. Wir halfen etwas nach und fragten “was braucht ihr? Und wo findet ihr die Sachen?  …Tasse, Löffel, Milch und Kakaopulver…Tja, die Tasse und den Löffel haben sie schnell lokalisiert, doch die Milch und den Kakaopulver nicht. Wir konnten es nicht glauben. Jeden Tag machten wir vor ihren Augen den Schokodrink und sie wussten nun nicht, wo die Milch und der Kakaopulver war? Wir haben uns so gefreut, dass wir gestreikt haben, denn nur so haben wir dies herausgefunden. Es ist kein Mangel und auch nicht schlimm, schlimm ist jedoch die Tatsache, dass wir Eltern, wieder einmal von etwas ausgegangen sind, was gar nicht wahr ist. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes erlebt, dass wir falsch lagen.  

Wer hat nicht auf die eine oder andere Art und Weise erlebt, dass die Kinder eine "Verzerrung" räumlicher und zeitlicher Orientierung haben. Meistens bemerken wir an ihrern Erzählungen, dass die Sachen die Ihnen am Besten gefallen haben auch am Längsten dauerten, obwohl es umgekehrt war und bei räumlicher Orientierung auch oft übertrieben wird.
All diese Erlebnisse helfen zu lernen, sich in Raum und Zeit zu bewegen, es klingt zwar nach zu viel Wissenschaft, ist aber letztenedlich nichts anderes, als das was wir jeden Morgen machen. Jeder von uns plant auch wenn es nur ein bisschen ist, wie der Tag ablaufen wird, welche Events anstehen, wie lange sie dauern, um wie viel Uhr sie anfangen, etc.. ( In Bezug auf die Planung werde ich in einem anderen Beitrag beschreiben)

Unser Kinder und vor allem unsere Kinder mit Down Syndrom müssen diese zeitliche und räumliche Orientierung ebenfalls lernen, je früher sie dies lernen, helfen wir ihnen sich freier und selbständiger zu bewegen. Der erste Bezugsraum ist das eigene Zuhause. Daher ist es wichtig den Kindern ihr eigenes Zuhasue “BEWUSST” zu machen, erleben und entdecken zu lassen. 

Mit der Idee ihnen zu helfen, eine bildliche Repräsentation von ihrem Zuhause in ihren Köpfen zu schaffen.
Es gibt sehr viele Alltagssituationen im Haus, an denen wir unsere Kinder teilnehmen lassen können. Wenn man es aber etwas lustiger machen möchte kann z.B. eine Schnitzeljagd zu hause organisieren, so haben wir es am WE gemacht.




“Willkommen im auf der Schatzinsel, irgendwo im Haus ist ein Schatz versteckt und weitere Papierschnitzel, die im Haus verteilt sind, geben den nächsten Tipp, wo sich der Schatz befindet.”
Oben auf dem Bild sind die Papierschnitzel, ich werde sie jetzt nicht übersetzten, der Inhalt ist nicht relevant. Dennoch unsere Beobachtung: Die Kinder waren wie verrückt, waren AUFMERKSAM, Alexander, der momentan nicht so gerne lesen möchte hat alle Schnitzel GELESEN, mussten das Worträtsel lösen (DENKEN), wenn sie es eraten haben überlegen, WO der nächste Hinweis versteckt war. 
....

Und das Beste:
wir hatten alle SPASS dabei !!!

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