Freitag, 22. August 2014

Was hast du in den Sommerferien gemacht?

 

Die Ferienzeit ist auch hier in Spanien bald vorbei, die Sommermonate sind an einem vorbei gerast, wie die kleine  Schnecke turbo, wobei ich dazu sagen muss, dass hier die Hitze manchmal bis Anfang November anhalten kann.

Wir haben viel Neues im Sommer erlebt, vieles ausprobiert, die kleinen Knirpse sind älter, grösser, gar ein bisschen reifer geworden. Auf einmal tauchen neue Probleme auf, neue Situationen, die man als Eltern meistern muss. Auch der Nachwuchs, die kleine Angela, wird langsam zum kleinen Mädchen und erstaunt uns alle immer wieder aufs Neue. Die Brüder sind ganz verrückt nach ihr, vor allem Antonio.

Wir konnten alle der gewöhnlichen Schul-/Arbeitsroutine entkommen, und Energie auftanken, wir haben viel gelacht, auch mal geweint und hatten sehr viel Spass miteinander, ganz wichtig jedoch hatten wir Zeit für einander.

Doch bald kommt die Routine wieder und das Wiedersehen mit den Schulfreunden und die Frage: Was hast du in den Sommerferien gemacht? wird auftauchen.

Doch was werden unsere Kinder erzählen? Welche Erinnerungen sind vom Sommer hängen geblieben? Sind sie in der Lage diese zu erzählen gar zeitlich zu ordnen?

Alexander hat ein sehr gutes Erinnerungsvermögen, Antonios Erinnerungsvermögen ist jedoch noch wie Schweizer Käse, wir haben jedoch immer die Wahl dies so zu belassen ( er ist ja so...) oder dazu beizutragen, dass sein Erinnerungsvermögen besser wird, und dies ist erlernbar wie viele andere Dinge.

Wir haben letzte Woche damit angefangen, eigentlich hätten wir dies den ganzen Sommer lang kontinuierlich machen müssen, doch wie immer kommen so einige Dinge dazwischen.

Jedenfalls nutzen wir momentan die gemeinsamen Momente beim Abendessen, darüber zu sprechen, was wir am Vortag und am selben Tag gemacht haben und was wir am nächsten Tag vor haben.

Da Antonio noch nicht 100% spricht helfen wir mit Worten und Sätzen nach, die er auch nachspricht, was er spontan sagt, fragen wir nach ob er dies am Morgen, Mittag oder Nachmittag gemacht hat, VOR oder NACH dieser oder der anderen Aktivität. Dies regt seine Gehirnzellen so an, dass er sofort sagt: no lo ! Ich weiss es nicht! Dies ist seine neue Waffe, um nicht nachdenken zu müssen. Wir lassen uns nicht auf dieses Spiel ein, sind geduldig und helfen etwas nach, meistens weiss er die Antwort, wenn nicht helfen wir ihm und sagen diese ihm. Das ganze geschieht in einem Dialog, es ist kein Ausfragen und wir Eltern können natürlich auch mitmachen und sagen woran man sich erinnert. Am Anfang und (wir sind noch am Anfang) scheint die Situation leicht gespielt, doch mit der Zeit, so habe ich es bei anderen Eltern erlebt wird dies eine normale Dialogsituation mit den Kindern.

Wir nutzen den Dialog auch aus, um die erlebten Situationen mit Emotionen zu verbinden, sprich nicht nur zu sagen, was man gemacht hat, sondern auch wie man sich dabei gefühlt hat. Die Gefühlswelt ist besonders wichtig, denn es bedarf mehr als nur die reine Erinnerung an eine Situation.

Darüber zu sprechen was wir bzw. jedes einzelne Familienmitglied erlebt hat hilft die Situationen in Gestern/ Heute/ Morgen, vorher/ nachher einzuteilen und mit der Zeit, eine zeitliche Struktur in den Köpfen unserer Kinder zu bilden und das Erinnerungsvermögen zu steigern.

Ein weiteres Hilfsmittel sind die Fotografien, wir haben jedenfalls sehr viele Fotos gemacht. Mit der Zeit werden wir die einen oder anderen Fotos ausdrucken, und kleinen Booklets machen, dies ist ein gutes Hilfsmittel, um die Erinnerung anzuregen und die Sprache zu fördern.


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