Donnerstag, 30. Oktober 2014

Dein Bruder hat das Down-Syndrom.....

Es war im Herbst 2012, als wir uns entschlossen hatten mit Alexander über das Down-Syndrom zu sprechen. Die Situation kam etwas forciert, da viele Schulfreunde aus Alex Klasse ihn kontinuierlich fragten, warum Antonio noch nicht spreche. Damals war Antonio 4 Jahre, Alexander 5 ½.  Alex kam natürlich auf uns zu und fragte, als Antonio noch 2—3 Jahre alt war konnten wir sagen, dass er noch klein sei, doch mit 4 Jahren und mit der Situation, dass alle Schulfreunde von Antonio sprechen konnten, wollten wir ihm nicht sagen, dass Antonio noch nicht richtig spreche, weil er “noch klein” sei, das ging nicht. Das würde nicht funktionieren, da Alex diese Erklärung an seine Freunde weitergeben würde, und Antonio als “klein” etikettiert werden würde.
Dazu kam noch, dass die Schule uns ein Familienbild zeigte, welches Alex gemalt hatte, was uns dazu letztendlich bewegte, mit ihm über die Situation zu sprechen.

Eines Abends, als Antonio hundemüde war und relativ früh ins Bett ging, nutzten wir den Moment um mit Alex zu sprechen.

M: “Alex, was siehst du an Antonio anders?”
A: "die Augen, die sind so." und zog an den Seiten seiner Augen, bis sie so waren wie bei Antonio.
M: "sonst noch etwas?"
A: "er spricht nicht."
M: "weisst du warum nicht ?"
A: "nein, ich weiss es nicht."
M: "Wie du weisst, sind wir alle unterschiedlich."
Alex nickte nur und schaute die Mutter mit grossen Augen an, so, als ob er alles verstehen würde, er saugte jedes Wort der Mutter ein. An seiner Haltung und Aufmerksamkeit spürte ich, wie er sich innerlich freute. Er hatte uns für sich alleine. Er schwieg, hörte einfach nur zu und die Mutter sprach weiterhin einem sanften ruhigem Ton.
Wir schauten uns kurz an, nun war der Moment gekommen . Ich hatte keine Ahnung was und wie ich es Alex erklären würde, mir war ganz mulmig fühlte mich unwohl, warum ich mich so fühlte weiss ich nicht, ob es vielleicht daran lag, dass ich diesen Moment vermeiden wollte? Warten wollte, dass Alex älter ist? Ich selber klar haben wollte, wie und was ich zu erklären habe… ich weiss es nicht.

Maria war in diesem Moment entschiedener und hatte die Ideen klarer im Kopf als ich. Sie holte tief Luft und fing an in einfachen Kinderworten zu erklären, wie das Baby im Bauch der Mutter entsteht und wie wunderbar das ist, und er auch so entstanden ist, und alle Babys mit bestimmten Eigenschaften auf die Welt kommen und Antonio sei eben mit einer grösseren Zunge und den besonderen Augen auf die Welt gekommen und die grosse Zunge macht, dass er nicht so gut sprechen kann. Diese Eigenschaften bezeichnet man als Down-Syndrom.
Kurze Stille. 
 A: "so wie die anderen Kinder beim Schwimmunterricht, die haben auch solche Augen!
Aber Antonio ist ein bisschen anders als diese Kinder."
Kaum hatte er dies gesagt, schaute er leicht verdutzt, wer weiss was für Bilder er im Kopf hatte.
Und sagte nur: “no lo entiendo. Ich versteh es nicht.”
Da stieg ich ins Gespräch ein und versuchte nun meinen Senf dazu zugeben.
P: Alex, Antonio ist etwas anders, weil wir daran glauben, dass er genauso lernen kann wie du.
Du magts doch, dass er mit dir spielen kann, Fahrrad fährt und Karate macht.
A: nickt.
 P: ok, die meisten  Personen glauben nicht, dass Kinder wie dein Bruder Antonio nicht lernen können, kannst du dir das vorstellen?
A: schaut verdutzt
P: Und wenn sie sehen, dass Antonio so viele Sachen machen kann
 wie du und andere Kínder, sind sie sehr überrascht und freuen sich sehr.
Alex antwortete darauf:
A: Ah, deswegen mögen alle Antonio, mehr als mich ?

Ich hatte diese Antwort nicht erwartet, und wenn ich recht überlege, weiss ich nicht warum oder wieso ich anfing ihm dies zu erzählen, dennoch es war der schrecklichste Moment in meinem Leben, ich war wie gelähmt, spürte einen Kloss im Hals, ich konnte nichts mehr sagen, war gelähmt, hatte diese Antwort nicht erwartet, und kämpfte nur gegen meine Tränen an, spürte ein Stechen im Herzen, doch verlor ich den Kampf, Tränen kullerten meine Wangen runter, ich spüre heute noch wie stark ich den Mund zusammenpresste und die Luft für Millisekunden anhielt.

Was musste dieses kleine Kinderherz aushalten, wenn es erlebte wie sein Bruder bevorzugt wird?

In diesen Gedanken, die nur Millisekunden dauerten, spürte ich Wut, Traurigkeit, alles zusammen. Maria weinte ebenfalls, schloss aber Alex sofort in die Arme hielt ihn ganz doll fest und sagte nur wie doll sie ihn lieb habe.
....
Dieses Erlebnis hatte uns damals noch mehr die Augen geöffnet, dass wir noch mehr darauf achten müssten, Antonio nicht im Mittelpunkt stehen zu lassen, wo auch immer, auch wenn wir von uns aus stets versuchten auszugleichen, war dies bisher nicht genug. Alex Aussage war en Geschenk, er teilte mit uns seine Gefühle, welche uns bildlich klar machten, wie wichtig es ist die Gefühlswelt unserer Kinder und von uns selbst, stets in Gedanken zu haben, zu schützen und Ernst zu nehmen.
Ich freue mich mit ihm damals darüber gesprochen zu haben, denn für Alex bedeutete das DOWN-SYNDROM nichts Anderes als, dass sein Bruder beliebter war als er. Es hatte nichts mit Behinderung oder sonstigen Definitionen zu tun, die wir Eltern in unseren Köpfen haben. Er hatte seine eigenen Definition. Wir sind froh, da wir die Situation frühzeitig erkannten und nun umlenken konnten.
Es ging auf einmal nicht um Antonio, es ging um Alex.
Bis heute (Alex 7,5 und Antonio 6) bedeutet das Down-Syndrom für Alex nichts Anderes, als dass sein Bruder langsamer lernt zu sprechen, genauso, wie er andere Sachen langsamer lernt. Es gibt sonst keine weiteren Unterschiede, da er selber erlebt, dass Antonio genauso ist, wie alle anderen Kínder. 


weiterlesen: Alexander & Antonio

Montag, 27. Oktober 2014

Wie Baumwolle zu einem Erlebnis wird.

Am Sonntag waren wir  auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag in Sanlucar de Barrameda, die Strecke kennen wir nun zu gut, da wir sie schon sehr oft gefahren sind. Doch obwohl wir die Strecke Mínimum 1x im Monat fahren entdecken wir immer neue Sachen.
Wer hier regelmässig liest, weiss, dass wir die Neugierde unserer Kínder als Inspiration nutzen, um wieder etwas Neues zu lernen. So auch dieses Mal.
"Kínder wisst ihr was das ist ?"
In der Ferne sah man 2 riesengrosse, schneeweisee Berge, doch Schnee konnte es nicht sein, da das Auto-Thermometer eine Aussentemperatur von 30ºC anzeigte...schwitzzz
"Nein...!!" riefen beide.
Das war schon Grund genug um anzuhalten und eine kleine "Entdeckungstour" zu starten.
Wir wiechen von der Autobahn ab, und fuhren nun auf diesen weissen Berg zu.
Was ist das??
Wir stiegen natürlcih alle aus und gingen (naja liefen ) auf den Berg zu, ich konnte gar nicht hinterher, da hatten die Kinder das weisse Zeug schon in der Hand.
Es ist weich, und leicht... es ist Baumwolle.
Baumwolle?
BOAAAAA so viel ???
beide waren sprachlos, ich muss zugeben ich auch.
Wir nutzten die Zeit und schauten uns an, wie weitere LKW anfuhren und auf einer riesen Waage gewogen wurden und wieder abfuhren. Die Kínder wollten gar nicht mehr zum Kindergeburtstag...
Wir machten natürlich Fotos, den solche Situationen sind einfach unbezahlbar, um daraus wieder unser eigenes Lernmaterial zu machen.
Fotos, dienen zur Erinnerung und Sätze zu Bilden, den Wortschatz zu erweitern, etc.
Wir nahmen ein bisschen Baumwolle mit, welches die Kínder heute mit in die Schule nahmen, um der Klasse zu zeigen was sie am Sonntag entdeckt hatten.
Im Auto kam nun die Frage, was man alles aus Baumwolle machen könne....
und wo diese Sachen bei uns zuhause zu finden sind.
Auch wenn Alexander die meisten Fragen beantwortetet, Antonio sprach alles nach, was er sagte, und vor allem Worte, die er sonst nie benutzt.
Wir hatten nur 30 Minuten angehalten, doch das Erlebnis und der Lernerfolg waren umso grösser.











Samstag, 11. Oktober 2014

Ich wünschte jeder Tag wäre ein "awareness month"...

„Es gibt ein „Down Syndrome Awareness Month“!, sagte mein Bruder mit großer Begeisterung! Als ich davon erfuhr musste ich den ganzen Tag darüber grübeln. 

Welche Bedeutung hat so ein Monat und warum gibt es das? Warum freut er sich so?

Langsam begriff ich und mir wurde einiges bewusst. … Dieser Monat hat nun auch mein Bewusstsein geweckt!



Mein kleiner großer Neffe Antonio (6) Jahre wächst mit dem Down Syndrom auf! Ich wähle bewusst diesen Ausdruck. Er ist mit diesem sogenannten Syndrom geboren und wächst mit diesem auf.

Doch was bedeutet das eigentlich für ihn? Wie definiere ich dieses Syndrom?  

Ich fange nun an zu recherchieren: Laut Wikipedia bedeutet es, dass Menschen mit Down Syndrom „in ihren kognitiven Fähigkeiten meist so beeinträchtigt, dass sie geistig behindert sind“.  Die Definition schockiert mich im ersten Moment.
Meine Gedanken gehen weiter…ich will nun mehr wissen… , denn meine Erfahrung mit meinem Neffen sehen ganz anders aus… Ich frage mich dann: „Hat Antonio dann wirklich das Down Syndrom?“

Was bedeutet kognitive Fähigkeit? Im Lexikon lese ich folgende Definition. Oft ist mit „Kognition“ das Denken in einem umfassenden Sinne gemeint.
Wenn ich diese Definition nochmal genauer durchdenke komme ich auf keinen Schluss.

Das Denken im umfassenden Sinne…

Ich muss mich an eine kleine Szene mit meinem Neffen erinnern: Er hatte Geburtstag. Dieser Geburtstag sollte eine Verkleidungsparty sein. Seine Mutter fragte ihn was er denn gerne sein möchte. Er „denkt“ und sagt, er wolle ein Pirat sein. Die Mutter fragte ihn, was ein Pirat alles braucht, er „denkt“ und sagt, ein Pirat habe ein Holzbein. Deswegen wolle er ein Pirat sein mit einem Holzbein und einer Augenklappe. Die Konversation ging so weiter…

Was ich damit sagen will ist, dass die Erfahrung mit meinem Neffen zeigte, dass er mit seinen 6 Jahren bereits lernt selbst zu „denken“. Nun fragen Sie sich? Lernen zu denken? 

– Wir Menschen lernen, tagtäglich, lernen zu laufen, lernen durch Erfahrungen, lernen durch Beobachten, lernen durch Fühlen, lernen zu denken, lernen unsere Gedanken zu lenken. Und jeder in seinem eigenem Tempo.
Ich selbst bin mittlerweile 30 Jahre alt und sehe, dass ich noch viel zu lernen habe. Jetzt frage ich mich, wie wurde meine Kognition gefördert? Wie wird die von Antonio gefördert?

Ich lese weiter im Lexikon und es werden u. a. folgende kognitiven Fähigkeiten aufgeführt. Wenn ich an meinen Neffen Antonio denke, erinnere ich mich an kleine Anekdoten zu einigen Fähigkeiten…

Wahrnehmung:
Ich habe zehn Tage lang meine Familie in Spanien besucht. Am Nachmittag, als ich schon abgeflogen war, ging meine Schwägerin mit den Kindern in den Park. Sie erzählte mir dann, dass Antonio in den Himmel schaute und ein Flugzeug sah. Er sagte zu ihr: Schau mal, Mama! Da ist Tante Ula.
 
Erinnerung:
Im September kam Antonio in die „primaria“ erste Klasse. Einen Abend vor dem ersten Tag, fragten die Eltern Antonio ob er sich erinnern könne (nach zwei Monaten Schulferien), wo denn vorher seine Klasse gewesen sei. Nach ein paar Denkanstößen, erinnerte er sich und fing an zu beschreiben. Am ersten Schultag holte ich ihn ab und fragte ihn, wo er den seinen Platz im Klassenraum hat. Er zeigte mir diesen ganz stolz.

Lernen:
Zum Geburtstag hat Antonio eine digitale Fotokamera geschenkt bekommen. Er liebt es zu fotografieren. Ich zeigte ihm mit Geduld wie man mit der Kamera umgeht. Danach wollte er loslegen… ich bat ihn, mir genau die Schritte zu wiederholen, die ich ihm zeigte. Anmachen, Foto schießen, Foto anschauen, Ausmachen. Er zeigte es mir. Wenig später übten wir fleißig…

Wille, Glaube, Emotion, Orientierung:
Mein Bruder erzählte mir vor ein paar Tagen, ist Antonio alleine zum Bäcker gegangen, um Brötchen zu holen. Ich gehe davon aus, dass er die Fähigkeit besitzt sich zu orientieren! Er hat durch seine Wahrnehmung, sich an den Weg erinnert und durch regelmäßige Besuche beim Bäcker mit der Familie gelernt, wie man Brötchen kauft. Er hatte den Willen, aus eigner Entschlusskraft, alleine zum Bäcker zu gehen, damit er der Familie etwas Gutes tun kann. Seine Eltern haben ihm das Vertrauen geschenkt und an ihn geglaubt, somit hatte er den Glauben an sich selbst. Als er wieder nach Hause kam, hatte er ein Wahnsinns Erfolgserlebnis gespürt und vor Freude gerufen „ Ich habe es geschafft, ganz allein!“ Er hat seinen Emotionen freien Lauf gelassen…..nicht nur er selbst war stolz, sondern auch seine Familie!

Nun frage ich mich… ist doch alles Mist was im Lexikon steht… die wahre Definition liegt in uns selbst, in unserer Familie und den Menschen, die uns im Leben fördern, glauben und für uns kämpfen.

Ich wünsche mir und unserem Umfeld viel mehr "Kognition" in Bezug auf dieses Thema. Die Fähigkeit für alle seine eigene Wahrnehmung zu erweitern und nicht zu beschränken.
Nun verstehe ich die Begeisterung meines Bruders zu diesem „Down Syndrome Awareness Month“. Viel mehr die Bedeutung für ihn und für die Gestaltung der Zukunft von Antonio. Ich wünschte jeder Tag wäre ein „awareness month“, um nicht zu vergessen, dass wir alle nur Menschen sind.

Gastebeitrag von Tante (tia) Ula zum 21&31

Freitag, 10. Oktober 2014

Reflexion, alles fängt bei einem selber an.


Es ist schwierig. JA. 
Aber, alles fängt bei einem selbst an.

Wie sehe ich meine Familie? 

Wie sehe ich mich selbst? 

Lasse ich mein Kind mit Down Syndrom immer im Mittelpunkt stehen?

Ist mir bewusst, wie sich die Geschwister fühlen,
wenn ich/wir/andere unser Kind mit DS im Mittelpunkt stehen lassen?

Wie sehe ich meine Kinder?


Etikettiere ich meine Kinder?

Unterschätze ich meine Kinder?

 Überbeschütze ich meine Kinder?
Machen es andere Personen?

Erkläre ich meinen Kinder, was sie umgibt in jedem Moment?

Ist mir bewusst, dass Kinder (allgm) die Welt anders
begreifen, aufnehmen, wahrenehmen als Erwachsene?

Nutze ich die Interesspunkte meiner Kinder,
um mit Ihnen gemeinsam noch mehr über ihre Interessen herauszufinden?

Wenn andere Personen über mein Kind in seiner Anwesenheit sprechen,
weise ich diese Personen höflich daraufhin, dass es zuhört und ebenfalls Gefühle hat?

Therapiere ich mein Kind oder erziehe ich mein Kind?

Behandeln wir unsere Kinder gleich, oder wird das besondere Kind anders behandelt?

Wer bestellt die "FANTA" im Restaurant?
 Ihr oder lasst ihr eur Kind bestellen?

Bzw sagt dem Kellner er soll euer Kind fragen?

Traue ich meinem Kind zu, dass es fähig ist zu lernen?

Sehen wir das Potenzial oder den Defizit?

 Sehe ich das Kind oder das Down Syndrom?

Helfen wir unseren Kindern, die Warum - Fragen zu stellen?

Erklären wir wofür eine Serviette da ist,
oder wischen wir einfach den Mund ab?

Helfen wir unseren Kindern Lösungen zu finden
oder lösen wir alles für sie?

 "Sie sind halt so!"

wirklich?

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Anna Vives - "Wenn du an mich glaubst, werde ich dich überraschen"

Anna Vives, eine junge Dame aus Barcelona hat im Frühjahr ihre Lebensgeschichte veröffentlicht, "Wenn du an mich glaubst, werde ich dich überraschen", in dem Buch, welches sie mit Hilfe des Schriftstellers Francesc Miralles geschrieben hat, erzählt sie ihre Geschichte mit positiven und motivierenden Ansätzen, um zu beweisen, dass alle Menschen zu allem fähig sind, wenn man an sich selber glaubt und eine Möglichkeit im Leben bekommt.
Diese junge Dame, übrigens hat sie das Down-Syndrom, ist durch die Schriftart 'Anna', die sie für sich selbst nach einem Jahr Arbeit mit ihren Kollegen der Itinerarium Stiftung erstellt hat, bekannt geworden.
In Anwesenheit des Spanischen Fußball Nationaltrainers Vicente del Bosque, hatte Anna ihr Buch am 17. März 2014 in Madrid vorgestellt. "Anna, du hast keine Beeinträchtigungen, du hast einen Mehrwert." Mit diesen Worten unterstütze der Nationaltrainer Annas Arbeit, der speziell darauf hinwies, dass diese Geschichte ihn innerlich bewegt und Stolz macht, da er aus erster Hand, weiß, welche harte Arbeit dahinter steckt. Es sei zu erwähnen, dass sein Sohn Alvaro auch das Downs-Syndrom hat. Er fügte hinzu, dass die vier Werte, die Anna in ihrem Buch erwähnt, Anstrengung, Teamfähigkeit, Begeisterung und Freundschaft sind Werte, die er ebenfalls von den Spielern, der spanischen Nationalmannschaft fordert.
Die Zusammenarbeit geht noch viel weiter, da einer der Spieler der Mannschaft Andres Iniesta einer der Sponsoren des Projektes ist. Von Anfang an hat er ihre Schriftart 'Anna' unterstützt u.a. auch in Zusammenarbeit des FC Barcelona. Bei eines der Spiele des JOAN GAMPER Turnieres, benutzten die Spieler der FC Barcelona ein Trikot, welches Namen und Rückennummer Anna's Handschrift trug. Auch am selben Tag, an dem Millionen Fans Neymar zum ersten Mal im Barca Trikot sahen, zeigte Iniesta seine von der jungen Dame konzipierten „8“. Da muss ich wohl nicht fragen, wer Anna´s Lieblingspieler ist ?
Die Idee für dieses Buch kam als ihr Bruder Marc beim Planeta Verlag vorsprach, um die Geschichte seiner Schwester und über die Typografie 'Anna' zu erzählen.

http://www.annavives.com/tipografia/

Dienstag, 7. Oktober 2014

Antonio stellt seine Projektarbeit vor.



Wie in dem letzten Post beschrieben heisst Antonios Klasse die Thunfische. Hierzu hatte die Klasse ein Projekt über die roten Thunfische gestartet, um mehr über diese Tiere zu erfahren. Hier teile ich mit euch das Bild, in dem Antonio seine Projektarbeit der ganzen Klasse vorstellt. 

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ich hole die Brötchen

Es ist Sonntag und heute habe ich den Kindern vorgeschlagen, dass sie das Frühstück vorbereiten. Hatte kaum den Vorschlag zu Ende gesprochen, schon rief Antonio: “Ich (hole die) Brötchen!” und lief sofort in sein Zimmer. Alexander wollte lieber zuhause bleiben und den Kaffee zubereiten. Die Woche davor waren beide zusammen Brötchen holen, doch nun bahnte sich die Situation an, dass Antonio alleine gehen wollte.
Nicht eine Minute hat es gedauert, da kam er angezogen wieder, mit einem grossen Grinsen im Gesicht, tschüss Papa und wollte los.
Antonio, warte mal!!! Wir mussten den kleinen in seiner Euphorie stoppen und dieses natürliche Interesse ausnutzen um mit ihm zu planen.
 Wir: Vergisst du nicht etwas?
A: Nein.
Wir: Ahh, und wie willst du das Brot bezahlen?
A: Ay Mama, mit Geld.
Wir: Hast du Geld?
A: Nein. –Me das dinero, por favor – gibst du mir bitte Geld.
Wir: Wie viel brauchst du?
A: No lo sé. Ich weiss es nicht.
Wir: Wie viel Brötchen willst du kaufen? Hast du nachgesehen, ob wir noch Brot haben?
Er wurde etwas ungeduldig, doch wir können ihn nicht einfach so gehen lassen, ohne vorher seine Gedanken zu strukturieren. Es geht nicht nur, dass er körperlich fähig ist Brötchen kaufen zu gehen, er muss im Kopf wissen, was er alles benötigt, er muss die Aktion planen können. Dazu gehört auch zu sehen, ob man überhaupt Brötchen braucht.
A: No hay pan. Es gibt kein Brot.
Wir: Welche Art Brot willst du kaufen?
A: Mama, pan. Brot mamá. (hier merken wir, dass er noch lernen muss welche Art Brötchen es gibt und wie sie heissen.)
Wir: Kennst du den Weg? Wenn du aus dem Haus gehst, gehst du nach rechts oder links gehen?
A: Si, so, so so. (Er konnte nicht wortwörtlich den Weg beschreiben, da mussten wir etwas nachhelfen, doch er wusste, dass er nach rechts die Strasse lang gehen musste, die Strasse überqueren und da war schon der Laden.)
Wir: Worauf musst du achten, wenn du die Strasse überquerst?
A: Coches. Autos.
Wir: Ahh, und wann gehst du rüber.
A: Ich so mama. Paro coche. Er schaute mit dem Kopf nach links und rechts und machte die Handbewegung mit der die Autos gestoppt werden.
Wir: Ok, Antonio. Du bist alleine. Du dafst mit niemanden sprechen, den du nicht kennst. Du gehst zum Bäcker und wieder zurück. Wenn du im Laden bist, was musst du sagen?
A: Pan por favor. (Wir haben nachgeholfen und ihm den ganen Satz vorgesagt, damit er auch 4 Brötchen bestellt.)
Daraufhin gaben wir ihm 1 euro Stück und erklärten ihm, dass er dafür 4 Brötchen bekomme.
Da wir merkten, dass er den Weg bestens wusste, liesen wir ihn los marschieren…. Etwas nervös waren wir schon, da es das allererste Mal war, dass er alleine aus dem Haus ging.
Glücklicherweise ist der Bäcker um die Ecke und kennt uns gut, daher ist dies wie eine kleine Trainingseinheit bevor wir ihn auf grössere Touren gehen lassen. Er ging los und die Mutter hinterher, so dass er sie nicht sehen konnte. Als er wieder zurück kam, lief sie  schnell ins Haus, er sollte ja das Erfolgserlebnis haben.
Nach gut 5 Minuten kam er wieder zurück. Stolz wie nie zuvor, rief er und sprang auf der Stelle: “ Yo solo, yo solo, mamá yo solo!!!  Papá yo solo! Yo solo, si yo solo!” was nichts anderes bedeutet, als “ich alleine”.
Es war so unglaublich toll anzusehen, wie bewusst ihm war, dass er es alleine geschafft hatte. Nun müssen wir daran arbeiten, dass er die Namen der Brötchen kennt, und andere Produkte im Laden, damit er seinen Aktionsradius vergrößert, und nicht zu vergessen, die Regeln und Normen im Strassenverkehr durchgehen und vor allem das Bewusstsein schaffen, welche Gefahren im Strassenverkehr lauern.