Montag, 24. November 2014

Sprechen muss Spass machen !!!

Alexander und Antonio lernen nach der Ganzheitsmethode Lesen.
Bei der Ganzheitsmethode geht man u.a. vom Prinzip aus, dass das geschriebene Wort eine "Grafik" ist und zusammen mit der Phonetik genauso im Gehirn gespeichert wird.
 
Die Fotografie ist hierbei das wichtigste Hilfsmittel. Auch wir hatten anfangs unmengen an unterschiedlichen Hilfsmaterialien gekauft, bis wir angefangen haben diese selber zu erstellen. Zusätzlich zu den Fotoalben mit unterschiedlichsten Objekten, haben wir angefangen kurze Sätze zusammenzubilden. 
   
HEUTE IST SONNTAG

MORGEN IST MONTAG

PAPA IST AUF REISEN
Alex liest bereits und Antonio erkennt, vereinzelte Worte. z.B Hoy ( Heute ), martes (Dienstag) etc.

Die Sätze ändern wir 1 bis 2x am Tag. So generieren wir immer wieder Interesse diese lesen zu wollen.

Mehr in diesem Blog zu lesen:
SPRECHEN MUSS SPASS MACHEN - SPRACHERWERB BEI KINDERN MIT DOWN-SYNDROM

MT LEIDENSCHAFT LESEN




 

Montag, 10. November 2014

Welcher Wochentag ist heute ?

Die Wochentage zu kennen, ist weitaus mehr als diese in der richtigen Reihenfolge benennen zu können. Die Wochentage sind nicht nur Worte, es sind Worte hinter denen sich Erlebnisse, Ereignisse verbergen,  Emotionen, Bilder von Aktivitäten, die sich immer wiederholen. Worte die lebendig sind.
 
Mag sein, dass die Kínder schneller die Wochentage lernen, wenn sie diese immer wiederholen und auswenidg lernen, doch ist den Kindern in diesen Momenten ebenfalls bewusst, was an den jeweiligen Tagen geschieht ? und lernen die Kínder diese auch zeitlich in der richtigen Reihenfolge zu ordnen?  Es gibt Aktivitäten, die sich jede Woche immer wiederholen, andere die nur 1 Mal in der Woche oder im Monat stattfinden  etc.
 
Wir gestalten gemeinsam mit den Kíndern einen Wochenendplan und einen Wochenplan. Alexander und Antonio lernen so nicht nur die Wochentage, sondern auch was an jedem Tag ansteht,  wir nutzen vereinzelte Momente am Tag, um mit ihnen zu besprechen, was vorher und was nachher geschieht, damit sie so im Kopf eine zeitliche Struktur aufbauen.  Die Kínder müssen aktiv teilnehmen, um so ein Bewusstsein aufbauen zu können. Geschieht dies nicht, is es ein reines auswendig lernen.
 
Diese kurze Wochenendplanung machen wir entweder am Freitagabend oder Samstagmorgen und ist nicht nur eine "Ausrede", um die Kinder zum Sprechen anzuregen, sie an der Gestaltung der Wochenendaktivitäten teilhaben zu lassen und diese danach selber aufzuschreiben, sondern auch den Tag bzw. das Wochenende in den Köpfen zu planen und zeitlich zu strukturieren. Wir lernen, dass wir eine Idee für das Wochenende haben, und diese Idee durch andere Pläne kurzfristig geändert werden können.  Wir lernen Flexibilität.
 
 
Die Kínder haben, wie es üblich ist, einen Stundeplan in der Schule, doch diesen Wochentagesplan (DIN A2)  haben wir für die Aktivitäten nach der Schule gemacht. Zunächst ganz einfach, so dass Alex und Antonio ihn auch lesen können.  Die Farben teilen den Tag auf. Gelb= Vormittags, rot= Mittag, blau=Nachmittag, grün= Später Nachmittag/ Abends. Der Wochentagesplan ist natürlich änderbar und fügen jede Woche zusätzliche Ereignisse mit ein.
 
 
Die aktive Teilmnahme besteht nicht nur darin, das Material gemeinsam zu erstellen, sondern sie vorher zu motivieren, zu sagen, was in der Woche ansteht und zu benennen, welche Erignisse für sie wichtig sind. Diese XY Minuten zusammen nutzen wir auch, um die bestimmten Familien oder sonstige Ereignisse zu kommentieren.
 
Wir haben schon beobachtet, dass Alexander schneller die Wochenaktivitäten und Ereignisse lernt als Antonio, doch das macht nichts, da er so vom grossem Bruder lernt. Er ist seine grösste Inspirationsquelle. Spricht ihm einiges nach, und sagt somit Sätze und Wörter, die er von alleine sonst nicht gesagt hätte. Beide freuen sich ungemein, wenn sie Ernst genommen werden, fühlen sich aktvives Teil der Familie, was ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärkt.
 
Aller Anfang ist schwer, doch mit Geduld, Zeit und Liebe schafft man neue Wege.


Freitag, 7. November 2014

Ein Engel auf Erden namens Malala.

Ein Engel auf Erden namens Malala.
Während ich ihr Buch - Ich bin Malala - las,  litt ich mir ihr, doch bewunderte gleichzeitig ihre Willenskraft, ihren Mut, ihre Barmherzigkeit und Beständigkeit, ihren Ehrgeiz und Einsatz für die Erziehung aller Kínder und vor allem Mädchen.
Ihr Einsatz für die Rechte aller Kínder auf Bildung gilt für ALLE Kínder, 
so auch für besondere Kínder ohne Ausnahmen.
Malala hat mir Hoffnung und noch mehr Energie gegeben, weiter zu machen, konstant zu bleiben und mich weiter für die Inklusion, Erziehung und Bildung der Kínder einzusetzen, so klein auch meine Beiträge sein mögen.
Malala, que dios te bendiga.


Zitate aus ihrer Rede am 12. Juli 2013. Rede, die sie an ihrem 16. Geburtstag vor den Vereinten Nationen hielt. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag zum ´Malala-Tag´ erklärt, der künftig jedes Jahr an das Recht aller Kínder auf Bildung und besonders das von Mädchen, erinnern soll.
"Der Malala-Tag ist nicht mein Tag, heute ist der Tag jeder Frau, jedes Jungen und jedes Mädchens, die ihre Stimme für ihre Rechte erhoben haben."
...................................
"Also lasst uns einen weltweiten Kampf wagen, gegen Analphabetismus, Armut und Terrorismus, lasst uns unsere Bücher und Stifte holen, sie sind unsere stärksten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern. Bildung ist die einzige Lösung. Bildung zuerst."

Donnerstag, 6. November 2014

Carina Kühne, ein Licht am Horizont.

Liebe Carina,
 
ich fand den Trailer von Be my Baby sehr spannend und habe Lust bekommen mehr zu sehen. Hoffe doch, dass der Film im ZDF frei geschaltet wird, damit ich ihn auch hier in Spanien sehen kann. Wenn nicht, werde ich schon zusehen wie ich dazu komme. Diesen Post widme ich dir und deiner Arbeit, so habe ich einige Links zusammengestellt. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie wichtig deine Arbeit und dein Auftreten in der Öffentlichkeit für viele (werdende) Eltern ist.
Jede noch so kleine Nachricht, ist für viele Eltern ein Licht am Horizont. Mit jedem neuem Auftritt schreibst du eine neue Zeile einer neuen Definition des Down-Syndrom und veraltete Ideen werden überschattet und in Frage gestellt.
Du sprichts für dich selbst, und nicht jemand für dich, ein so winziges nicht sichtbares Detail und doch soooo wichtig. Es ist ein riesen Schritt für ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben.

Ich wünsche dir noch viele Erfolge und dass deine Träume in Erfüllung gehen.
 
 
 
 
 
 





Montag, 3. November 2014

Alexander & Antonio


Vor ein paar Tagen habe ich den Post Dein Bruder hat das Down-Syndrom..... geschrieben, nach einigen Anfragen, warum wir denn so spät über das Thema gesprochen hätten, poste ich hier mal eine Antwort dazu.

Hallo M.R...., ist eine gute Frage und werde versuchen sie so gut wie möglich zu beantworten. Alexander und Antonio sind nur 18 Monate auseinander. Als Antonio auf die Welt kam, denke ist verständlich, dass mit 18 Monaten der Begriff Down-Syndrom keine Bedeutung hat. 
Warum aber so spät?

Es gibt unterschiedliche Gründe, eines ist unsere persönliche Vision und Einstellung zum Down-Syndrom, die sehr von der gängigen Vision differiert. Dies hat uns erlaubt, Antonio so zu erziehen, wie seinen Bruder, so dass er z.B. mit 14 Monaten gehen konnte, mit 2,5 Jahren trug er keine









Windeln mehr, mit 3 Jahre dominierte er sein Laufrad ( 4Jahre mit Pedalen ) und seit 4 macht er Karate... Wir sind zur Frühförderung und Vojta (beides bis zum 2. Lebensjahr), danach haben wir alle therapeutischen Aktivitäten, die dazu führen könnten Antonio zu etikettieren, eliminiert. Den Rest haben wir zuhause gemacht. Alex war in diesen Jahre immer dabei, doch ihm zu sagen, dass sein Bruder Down-Syndrom habe, hätte keine Bedeutung gehabt, weil sie für uns keine hat.
Wir wollten den Moment abwarten, dass die Neugierde, die Notwendigkeit von Alex Seite kommt. darüber sprechen zu wollen. So kam es wie ich im Post beschreibe.


Obwohl wir uns noch so bemühten Antonio nicht in den Mittelpunkt zu stellen, unser Umfeld reagierte nun mal anders und sah Antoni, während Alex in bestimmten Situation gar komplett ignoriert wurde. Der Titel des Beitrags  Dein Bruder hat das Down-Syndrom.... passt nicht, hab ihn aber bewusst gewählt, denn hätte ich etwas Anderes geschrieben, hätten ihn nicht so viele Eltern gelesen. 

Ich schrieb ihn mit der Idee auf die Geschwister hinzuweisen, dass auch sie existieren und Gefühle haben, auf die wir eingehen müssen.