Freitag, 13. November 2015

Paradigmenwechsel, der erste Schritt zum inklusiven Denken.

Starten wir Eltern, Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Lehrer, etc.immer noch von einer alten  traditionellen Denkweise, vor allem wenn wir unsere Kinder mit Down Syndrom betrachten?

Diese Kinder sind so... schaffen es sowieso nicht, etc...


Sehen 
wir ein kompetentes Kind, so werden wir ein kompetentes Kind erziehen,

sehen 

wir aber ein defizitäres Kind, so wird unsere Erziehung ebenfalls defizitär sein. 

Therapie vs. Erziehung ?
   
Sprechen wir unsere Kinder richtig an ? 
Fragen wir sie oder geben wir vor, was sie zu tun haben ?
Behandeln wir unsere Kinder gleich, oder wird das besondere Kind anders behandelt ?

Sehen wir unser spezielles Kind als ein defizitäres Kind oder
als kompetentes Kind mit der Fähigkeit zu lernen?

Erklären wir unseren speziellen Kindern die Sachen,
die sie umgeben, wie wir es mit unseren anderen Kindern tun ?




Haben wir Vertrauen in unsere Kinder?



Hierzu habe ich einen Artikel von Miguel López Melero gefunden, den ich mit euch teilen möchte. Miguel ist Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Malaga und arbeitet seit einigen Jahren an neuen Erziehungmodellen für Schule und Familie, u.a. auch das "Proyecto Roma". 

Unten hab ich einen Absatz kopiert, der die Kernidee des Projektes reflektiert !


"Paradigmenwechsel
"Es handelt sich genauer gesagt um einen Paradigmenwechsel im Sinne von Kuhn (1977), der fordert, dass das defizitäre, von medizinischen und psychologischen Einflüssen geprägte Paradigma von einem neuen Paradigma abgelöst wird, das exzeptionelle Menschen als wertvolle, nicht mehr als kranke Menschen sieht."


Der Diskurs über Vielfalt ist der Diskurs über die Begabung des Anderen, als wirklich Anderer. Das heißt, es ist die Anerkennung der persönlichen Identität und die Emanzipation exzeptioneller Menschen. Es ist der Kampf gegen jegliches Zeichen von Segregation oder Diskriminierung und nicht die Suche nach Mitteln und Instrumenten, die exzeptionelle Menschen Teil in einer feindlichen Welt sein lassen. Nicht die exzeptionelle Person hat Schuld, sondern wir selbst. Nicht die exzeptionellen Menschen sollen sich ändern, sondern die ganze Gesellschaft. Es geht nicht darum, exzeptionelle Menschen gemeinsam mit anderen zu erziehen, sondern darum, alles was in unseren Händen liegt zu tun, um gegen institutionelle Segregation anzukämpfen. Es geht nicht darum, die Spielregeln zu lernen, sondern ein neues Spiel zu schaffen. Wenn das nicht verstanden wird, ist es kaum möglich, die eigentliche Natur des “Problems” zu verstehen." 

  • Aus: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft Nr. 4/5/2000, S. 11-34. 
    Thema: Die Kultur der Vielfalt
    Miguel López Melero
    Zeitschrift: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft
    Ausgabe: 4/5/2000
    Textsorte: Zeitschrift
    Themenbereich: Schule, Theoretische Grundlagen

Hier findet ihr den gesamten Text: Vielfalt der Kultur - Miguel López Melero

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